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Mezières

Mezières

Mézières ist eine politische Gemeinde im Distrikt Oron des Kantons Waadt in der Schweiz.

Geographie

Mézières liegt auf 742 m ü. M., 14 km nordöstlich der Kantonshauptstadt Lausanne (Luftlinie). Das ehemalige Bauerndorf erstreckt sich auf einem Hügel zwischen den Tälern von Bressonne und Carrouge, auf der Ostabdachung des Hochplateaus des Jorat, im Waadtländer Mittelland. Die Fläche des 3.9 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der Molassehöhen zwischen dem Jorat und dem Oberlauf der Broye. Die östliche Grenze verläuft entlang des Baches Carrouge. Von hier erstreckt sich der Gemeindeboden westwärts über die breite Talniederung auf den Hügel von Mézières (752 m ü. M.) und nach Südwesten über die Waldgebiete Bois des Riaux und Bois de la Côte nördlich der Rodungsinsel von Les Cullayes bis in den Taleinschnitt der Bressonne. Auf der Höhe nördlich von Les Cullayes wird mit 830 m ü. M. der höchste Punkt von Mézières erreicht. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 15 % auf Siedlungen, 23 % auf Wald und Gehölze und 62 % auf Landwirtschaft. Zu Mézières gehören ausgedehnte Einfamilienhausquartiere sowie mehrere Hofsiedlungen und Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Mézières sind Carrouge, Ferlens, Servion, Les Cullayes und Montpreveyres.

Bevölkerung

Mit 1029 Einwohnern (Ende 2003) gehört Mézières zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 91.6 % französischsprachig, 4.3 % deutschsprachig und 1.1 % portugiesischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Mézières belief sich 1900 auf 498 Einwohner. Seit 1970 (540 Einwohner) stieg die Bevölkerungszahl markant an und verdoppelte sich innerhalb von 30 Jahren. Das Siedlungsgebiet von Mézières ist heute mit demjenigen von Carrouge fast lückenlos zusammengewachsen.

Wirtschaft

Mézières war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben der Ackerbau und die Viehzucht einen gewissen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In den letzten Jahren haben sich einige neue Unternehmen in Mézières niedergelassen. Im Dorf sind Firmen aus den Branchen Elektroinstallation, Baugewerbe, Informatik, und Messinstrumente vertreten. Durch den Bau zahlreicher Einfamilienhäuser seit den 1970er Jahren hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die vor allem in Lausanne und Vevey arbeiten.

Verkehr

Die Gemeinde ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstrasse von Moudon via Chexbres nach Vevey, besitzt aber auch eine gute Verbindung zur Hauptstrasse 1 (Lausanne-Moudon). Durch die Autobuslinie 62 der Transports publics de la région Lausannoise, die von Lausanne nach Moudon verkehrt, ist Mézières an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden. Eine weitere Buslinie bedient die Strecke von Mézières nach Oron-la-Ville.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1150 unter dem Namen Maiseriis. Später erschienen die Bezeichnungen Maseres (1161), Maseriis (1170), Masieres (1177), Maisieres (1180), Masirie (1184), Maceriis (1186), Messeretes (1228), Mayseres (1290), Mayseriis (1292) und danach Mexieres. Der Ortsname geht auf das lateinische Wort maceriae zurück, aus dem sich das altfranzösische maisière entwickelte. Beide Wörter haben die Bedeutung von Mauer, insbesondere von verfallenen Mauern, und bezeichnen demnach die Ruinen eines Gebäudes. Im Mittelalter gehörte Mézières zur Herrschaft Vulliens und bildete später eine eigene Herrschaft. Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 gelangte das Dorf unter die Verwaltung der Landvogtei Moudon. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte Mézières von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Oron zugeteilt. Derzeit wird eine Studie über die Machbarkeit der Fusion von Mézières mit den Nachbargemeinden Montpreveyres, Les Cullayes und Servion durchgeführt.

Sehenswürdigkeiten

Die reformierte Kirche von Mézières wurde 1707 erbaut; 1733 wurde der Frontturm aus Sandsteinquadern hinzugefügt. Im Innern befindet sich eine Steinkanzel von 1712. Das Pfarrhaus stammt von 1730. Der bemerkenswerteste Bau von Mézières ist das Théâtre du Jorat, das auf eine besondere Entstehungsgeschichte zurückblicken kann. Der Ende des 18. Jahrhunderts amtierende Pfarrer Martin trat für eine Befreiung der Kartoffel von der Zehntsteuer ein, weil die Kartoffel kein Getreide, sondern ein Gemüse sei. Er wurde verhaftet und nach Bern gebracht, wo er jedoch freigesprochen wurde. Mit Triumph nahm er darauf sein Amt in Mézières wieder auf. Mehr als hundert Jahre später hielt René Morax dieses Ereignis im Schauspiel La Dîme fest, das am 16. April 1903 in Mézières unter grossem Engagement der Dorfbevölkerung uraufgeführt wurde. In der Folge wurde nach Plänen eines Genfer Architektenpaares der imposante Holzbau des Théâtre du Jorat errichtet und 1908 eingeweiht. Das Theater, in dem bis zu 1000 Zuschauer Platz fanden, war bis zum Zweiten Weltkrieg Standort zahlreicher Aufführungen. Nach einer Restauration in den 1980er Jahren erlangte das Théâtre du Jorat erneut einen überregionalen Ruf als Kulturzentrum mit zahlreichen Aufführungen von Schauspielen, Opern und Konzerten.

Persönlichkeiten

Mézières ist Geburtsort des Generals Henri Guisan.

Weblinks


- [http://www.mezieres.ch/ Website der Gemeinde Mézières (französisch)]
- [http://www.swisscastles.ch/aviation/Vaud/mezieres.html Luftaufnahmen des Dorfes]
- [http://www.theatredujorat.ch/ Website des Théâtre du Jorat] Kategorie:Ort in der Schweiz Kategorie:Ort im Kanton Waadt Kategorie:Schweizer Gemeinde

Oron (Bezirk)

Der District d'Oron (dt. Bezirk Oron) ist eine Verwaltungseinheit des Kantons Waadt in der Schweiz. Hauptort ist Oron-la-Ville. Der District ist in die Cercles (dt. Kreise) Oron und Mézières aufgeteilt. 2002 wurde die Gemeinde La Rogivue mit der Gemeinde Maracon fusioniert. Der District besteht aus 22 Gemeinden, ist 76,03 km² gross und zählt 10'373 Einwohner (Ende 2003). Maracon Maracon
Kategorie:Schweizer Bezirk

Kanton Waadt

Der Kanton Waadt ist ein Kanton im Westen der Schweiz. Deutsch: Waadt; Französisch: Vaud; Italienisch: Vaud; Rätoromanisch: Vad; Englisch: Vaud. Der Kanton wird als die Waadt oder auch als das Waadtland bezeichnet, im Französischen Pays de Vaud. Die Einheimischen werden als Waadtländer, im Französischen als Vaudois bezeichnet.

Geographie

Englisch Der Kanton Waadt liegt im Westen der Schweiz. Die Waadt erstreckt sich vom Genfersee zum Neuenburgersee. Sie grenzt im Nordwesten an die französischen Départements Ain, Jura, und Doubs, im Südwesten an den Kanton Genf, im Südosten an das Wallis, im Osten an die Kantone Freiburg und Bern und im Nordosten an Neuenburg. Über den Genfersee hinaus grenzt das Waadtland an das Département Haute-Savoie. Der Nordwesten des Waadtlands wird vom Jura eingenommen, der Südosten von den Alpen. Der Rest befindet sich im Mittelland. Im Nordosten bildet der Bezirk Avenches eine vom Kanton Freiburg umschlossene Exklave. Auf der anderen Seite besitzt Freiburg drei Enklaven in der Waadt. Es existiert zudem die Genfer Enklave Céligny im Südwesten des Kantons.

Bevölkerung

Der Kanton in der Romandie ist französischsprachig und vorwiegend protestantisch. Die meisten Waadtländer leben in der Agglomeration Lausanne mit rund 275'000 Einwohnern, in der Agglomeration Montreux-Vevey (70'000 E.) sowie in Yverdon-les-Bains. Nyon wiederum gehört eher zur Agglomeration Genfs. Weitere bedeutende Ortschaften sind Morges, Renens sowie Rolle.

Spezialitäten

RolleDie bekannteste kulinarische Spezialität sind die Waadtländer Saucissons. Diese Würste gibt es in verschiedensten regionalen Ausprägungen.

Wirtschaft

Die Hauptstadt Lausanne ist das wirtschaftliche Zentrum der Waadt. Um die Hauptstadt ist der Industriesektor tätig. In der Stadt selbst hat der Dienstleistungssektor mit einem Anteil von 72% die Oberhand. In Lausanne befinden sich die EPFL, die École Polytechnique Fédérale de Lausanne (Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne) und die UNIL (Université de Lausanne) mit zusammen über 20'000 Studenten. Die Waadt ist nach dem Wallis der zweitgrösste Weinhersteller der Schweiz. Waadtländer Wein ist meistens Weißwein und die Reben dazu befinden sich bevorzugt an den Steilhängen oberhalb des Genfersees. Landwirtschaft wird im Waadtländischen in den vom Genfersees abgelegenen Gebieten betrieben. Zuckerplantagen befinden sich um Orbe, Tabak in der Broye-Gegend. Früchte wachsen vorwiegend am Fusse der Juraberge. In Bex existiert zudem ein Salzbergwerk.

Tourismus

In verschiedenen Ortschaften am Genfersee ist der Tourismus ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft. Dies betrifft vorwiegend die Regionen um Lausanne, Montreux und Vevey.

Geschichte

Siehe Geschichte des Kantons Waadt.

Städte und Orte


- Lausanne, Hauptstadt mit 115'985 Einwohnern (2004).
- Yverdon-les-Bains, 23'595 Einwohner (2003)
- Montreux, 22'897 Einwohner (2003)
- Renens (VD), 18'511 Einwohner (2003)
- Nyon, 16'234 Einwohner (2003)
- Pully, 16'359 Einwohner (2004)
- Vevey, 15'784 Einwohner (2003)
- Morges, 13'975 Einwohner (2003)
- Prilly, 10'603 Einwohner (2003)
- La Tour-de-Peilz, 10'479 Einwohner (2003)
- Gland, 10'745 Einwohner (2004) Vollständige Liste unter: Gemeinden des Kantons Waadt

Bezirke mit Hauptort

Gemeinden des Kantons Waadt Der Kanton ist seit 1803 in 19 Distrikte und 381 Gemeinden unterteilt. Siehe auch: Liste der Bezirke und Kreise des Kantons Waadt
- District d'Aigle
- District d'Aubonne
- District d'Avenches
- District de Cossonay
- District d'Echallens
- District de Grandson
- District de Lausanne
- District de La Vallée
- District de Lavaux
- District de Morges
- District de Moudon
- District de Nyon
- District d'Orbe
- District d'Oron
- District de Payerne
- District du Pays-d'Enhaut
- District de Rolle
- District de Vevey
- District d'Yverdon

Weblinks


- [http://www.vd.ch Offizielle Website]
- [http://www.statistik.admin.ch/stat_ch/ber00/dkan_vd.htm Offizielle Statistik] Waadt ! als:Kanton Waadt

Lausanne

Lausanne [] ist die Hauptstadt des Schweizer Kantons Waadt sowie Hauptstadt des Distrikts Lausanne. Der frühere deutsche Name Losanen wird heute nicht mehr verwendet. Der italienische und der rätoromanische Name der Stadt ist Losanna, die neulateinischen Namen lauten Lausonium bzw. Lousonna. Lausanne liegt in der französischsprachigen (welschen) Schweiz am Genfersee. Es ist bezüglich der Einwohnerzahl die fünftgrösste Stadt der Schweiz, ein bedeutendes Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum sowie eine wichtige Verkehrsdrehscheibe in der Westschweiz. Zudem ist Lausanne der Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und kann als Sporthauptstadt bezeichnet werden.

Geographie

Lausanne liegt auf 495 m ü. M. (Stadtzentrum) im Waadtländer Mittelland, an den durch mehrere Täler gegliederten Hängen am nördlichen Ufer des Genfersees. Im Bereich des Stadtzentrums treffen die heute grösstenteils überdeckten Bäche Louve und Flon zusammen. Durch ihre Täler wird das Stadtzentrum in die drei Hügel Cité, Le Bourg und Saint-Laurent unterteilt. Die Fläche des 41.4 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Waadtländer Mittellandes nördlich des Genfersees. Der Gemeindeboden umfasst in seinem südlichen Teil den dicht besiedelten Hang von Lausanne, begrenzt durch die Mündungen der beiden Flussläufe Chamberonne (im Westen) und Vuachère (im Osten) in den Genfersee. Vom Seeufer erstreckt sich das Stadtgebiet über den flachen, je nach Lage bis 500 m breiten Uferrandstreifen nordwärts den Hang hinauf bis auf die Hochflächen von La Blécherette (620 m ü. M.), in das Waldgebiet Bois de Sauvabelin (663 m ü. M.) und auf die Terrasse von Vennes (bis 700 m ü. M.). Chamberonne Von diesem Hauptteil des Stadtgebietes erstreckt sich ein schmaler Streifen nach Nordosten über den Hang von Montblesson zwischen den Tälern von Flon Morand und Chandelar, beide im Einzugsgebiet der Paudèze, bis auf die Hochflächen des Jorat. Hier befindet sich der Passübergang Chalet-à-Gobet (873 m ü. M.) der Hauptstrasse Lausanne-Moudon. Daran schliesst sich nördlich das ausgedehnte Waldgebiet des Bois du Jorat an, in dem sich nur wenige kleine Rodungsinseln befinden (Chalet des Enfants, Chalet Boverat, Les Saugealles und Moille Saugeon). Der höchste Punkt der Stadt Lausanne ist zugleich auch die höchste Erhebung des Jorat (929 m ü. M.). Über die Hochfläche des Jorat verläuft die europäische Hauptwasserscheide zwischen Rhône im Süden und Rhein im Norden. Der nördlichste Teil des Stadtgebietes umfasst das Quellgebiet und den Oberlauf des Flusses Talent, der zum Einzugsgebiet des Rheins gehört. Daneben besitzt Lausanne eine Exklave im Gebiet von Vernand. Diese wird im Westen und Norden durch das in die Hochfläche eingetiefte Tal der Mèbre (eines Zuflusses der Chamberonne) begrenzt und umfasst den Wald Bois de Vernand sowie das Industrie- und Gewerbegebiet Vernand. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 42.9 % auf Siedlungen, 39.6 % auf Wald und Gehölze, 17.3 % auf Landwirtschaft und 0.2 % auf unproduktives Land.

Stadtgliederung

Talent Das Stadtzentrum von Lausanne umfasst die Quartiere La Cité, Le Bourg, La Palud, Saint-Laurent und Le Pont. Bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts bildeten diese Gebiete die eigentliche Stadt Lausanne. Danach dehnte sich die Stadt immer weiter aus, und die umliegenden ehemaligen Dörfer und Weiler wurden in das Stadtgebiet inkorporiert, beziehungsweise sind zu Wohnquartieren geworden. Dazu zählen: Ouchy, Vidy und Cour nahe dem Seeufer, Malley auf der untersten Terrasse westlich der Stadt, La Blécherette und Bellevaux auf der Hochfläche nördlich der Stadt, Chailly (570 m ü. M.) in einer Talmulde der Vuachère, La Sallaz (616 m ü. M.), Vennes und Rovéréaz an den Hängen östlich des Tals des Flon. Ferner gehören im ländlichen nördlichen Stadtgebiet die unterdessen teilweise ebenfalls durch Neubausiedlungen ergänzten Weiler Montblesson (737 m ü. M.) am Hang östlich des Flon Morand, Vers-chez-les-Blancs (837 m ü. M.), La Vulliette (850 m ü. M.) und Chalet-à-Gobet (861 m ü. M.) auf der Hochfläche des Jorat sowie ganz im Norden Montheron (723 m ü. M.) und La Râpe (711 m ü. M.) am Talent, La Bérallaz (737 m ü. M.) südlich und Chalet Marin (736 m ü. M.) nördlich des Taleinschnitts des Talent zu Lausanne. Die Exklave Vernand umfasst die Weiler Vernand-Dessus (645 m ü. M.), Vernand-Dessous (613 m ü. M.) und Le Boulard (560 m ü. M.) sowie die Industrie- und Gewerbezonen Vernand und Bel-Air. Nachbargemeinden von Lausanne sind Saint-Sulpice, Chavannes-près-Renens, Renens, Prilly, Romanel-sur-Lausanne, Le Mont-sur-Lausanne, Epalinges, Jouxtens-Mézery, Crissier, Cheseaux-sur-Lausanne, Morrens, Cugy, Bretigny-sur-Morrens, Bottens, Froideville, Montpreveyres, Savigny und Pully.

Bevölkerung

Lausanne zählte Ende 2004 115'985 Einwohner mit permanentem Wohnsitz in der Stadt. Dazu kommen 11'202 weitere Personen, entweder Schweizer mit Hauptwohnsitz in einer anderen Gemeinde oder Saisonniers (nur mit vorübergehender Aufenthaltsgenehmigung). Lausanne ist damit bevölkerungsmässig die fünftgrösste Stadt der Schweiz. Die Agglomeration Lausanne zählt heute rund 312'000 Einwohner. Von den Bewohnern sind 78.8 % französischsprachig, 4.3 % deutschsprachig und 4.0 % italienischsprachig (Stand 2000). Der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung betrug 2002 36.2 %. Zu den grössten ausländischen Bevölkerungsgruppen gehören die Italiener, Spanier und Portugiesen. Die Bevölkerungszahl von Lausanne stieg seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bis ungefähr 1960 sehr stark an. Im Jahr 1946 wurde die 100'000-Einwohner-Grenze überschritten. Der Höchststand wurde 1970 mit mehr als 137'000 Einwohnern verzeichnet. Aufgrund der Wirtschaftskrise in den 1970er Jahren verbunden mit der Abwanderung von ausländischen Arbeitskräften nahm die Bevölkerung im nachfolgenden Jahrzehnt um gut 10'000 Personen ab. Danach pendelte die Einwohnerzahl im Bereich von 128'000; seit 1990 weist der Trend wieder leicht nach unten. Fast der gesamte Hang von Lausanne ist heute überbaut, weist aber einige grössere Freiflächen (Parkanlagen, kleine Waldgebiete) auf. Das Siedlungsgebiet von Lausanne ist lückenlos mit denjenigen von Renens, Prilly, Le Mont-sur-Lausanne, Epalinges und Pully zusammengewachsen.

Wirtschaft

1990 Neben Genf ist Lausanne das bedeutendste Wirtschafts- und Verwaltungszentrum der Westschweiz. Rund 83 % der Erwerbstätigen sind im Dienstleistungssektor beschäftigt, der sekundäre Sektor vereinigt rund 17 % der Beschäftigten auf sich und weniger als 1 % arbeitet im primären Sektor. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es an den Südhängen unterhalb der Altstadt mehrere kleinere Weinbaugebiete und Ackerflächen. Mit der Ausdehnung des Siedlungsgebietes ist der Rebbau mittlerweile fast völlig verschwunden. Auf den Hochflächen des Jorat wird heute Viehzucht und Milchwirtschaft betrieben. Dank der grossen Waldfläche des Bois du Jorat spielt auch die Forstwirtschaft eine gewisse Rolle. Der industrielle Sektor hatte vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Bedeutung. Industrie- und Gewerbezonen entstanden entlang der Eisenbahnlinie im Westen der Stadt und am Hangfuss in der Nähe des Genferseeufers. Mit dem vergrösserten Platzbedarf der Industrie wurden aber einige Betriebe in die Vorstädte, insbesondere an den westlichen und nordwestlichen Rand von Lausanne verlegt (Renens, Crissier, Bussigny-près-Lausanne). 20. Jahrhundert Heute konzentriert sich die in Lausanne ansässige Industrie hauptsächlich auf das Baugewerbe, das Ingenieurwesen, auf Metall-, Nahrungsmittel- und Tabakindustrie, auf die Präzisionsmechanik, die Elektronik und die Optik sowie auf graphische Betriebe und das Druckerei- und Verlagswesen. Das Dienstleistungsgewerbe ist auf Handel, Tourismus, Verwaltung, Banken und Versicherungen sowie auf Transport und Verkehr ausgerichtet. Lausanne ist Sitz verschiedener international und national bedeutender Institutionen, der kantonalen, der Bezirks- und der Stadtverwaltung. Seit 1874 befindet sich das Bundesgericht in Lausanne. Ferner haben auch zahlreiche Konsulate und das Sekretariat des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen (UNEP) ihren Sitz in der Stadt. Wichtige Forschungseinrichtungen sind das Centre de Recherches européennes – Fondation Jean Monnet pour l'Europe, das Centre de recherches sur les lettres romandes, das Institut Benjamin Constant und das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaften.

Politik

Die kommunalen Behörden haben ihren Sitz seit dem 16. Jahrhundert im Hôtel de Ville de la Palud. Der Gemeinderat (Conseil communal) besteht aus 100 Mitgliedern, die im Proporzwahlsystem alle vier Jahre vom Volk gewählt werden. Die Exekutive, der Stadtrat, setzt sich aus sieben sogenannten Magistraten (Conseillers municipaux) zusammen, die bis 1981 vom Gemeindeparlament, seither ebenfalls vom Volk gewählt werden. Stadtpräsident (Syndic) ist Daniel Brélaz von der Grünen Partei der Schweiz.

Bildungseinrichtungen

Lausanne hat eine wichtige Funktion als Bildungszentrum der Westschweiz. Zu den bedeutendsten Bildungseinrichtungen zählen die Universität (Université de Lausanne), die 1890 gegründet wurde und sich heute in Dorigny befindet, sowie die Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL; Eidgenössische Technische Hochschule - Lausanne). Letztere entstand 1946, nachdem die vorher zur Universität gehörende Ingenieurschule mit einer neu gegründeten Architektenschule zusammengefasst wurde. Die Gebäude der EPFL stehen auf dem Gemeindegebiet von Ecublens. Daneben gibt es zahlreiche Berufsschulen, darunter die Hotelfachschule (Ecole Hôtelière de Lausanne, EHL), die Ingenieurschule des Kantons Waadt (Ecole d'ingénieurs du Canton de Vaud, EIVD), die Haute Ecole de Gestion du Canton de Vaud (HEG-Vd; Verwaltung), die Krankenpflegeschule des Schweizerischen Roten Kreuzes und ein Konservatorium.

Sport

Ecole Hôtelière de Lausanne, EHL Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat seinen Hauptsitz in Lausanne und seit 1993 befindet sich dort auch das Olympische Museum. Daneben ist Lausanne Sitz verschiedener Sportweltverbände, so der International Table Tennis Federation, der Fédération Internationale de Volleyball, der International Baseball Federation, der Fédération Internationale d'Escrime (Fechten), der International Equestrian Federation (Reitsport), der Fédération Internationale des Luttes Associées (Ringen), der International Dance Sport Federation (Tanzsport) und der Fédération Internationale de Natation Amateur (Schwimmen). Die Stadt besitzt bedeutende Sportanlagen, die sich vor allem in der Nähe des Seeufers und auf den Hügeln oberhalb von Lausanne befinden. Dazu zählen das Olympiastadion La Pontaise und das Centre Intercommunal de Malley mit rund 10000 Plätzen. Auf der Höhe von Chalet-à-Gobet an der Gemeindegrenze zu Epalinges liegt ein Golfplatz. Lausanne war einer von sechs Austragungsorten der Fußball-Weltmeisterschaft 1954.

Tourismus

Fußball-Weltmeisterschaft 1954 Dank seiner sonnigen Lage am Hang über dem Genfersee, der malerischen Altstadt, den zahlreichen Museen, kulturellen Einrichtungen und Anlässe weist Lausanne einen bedeutenden Tourismus auf, welcher der Stadt auch willkommene Einnahmen bringt.

Kulturelle Einrichtungen und Anlässe

Zu den kulturellen Einrichtungen gehören das Stadttheater, das Théâtre de Beaulieu und das [http://www.vidy.ch/ Théâtre de Vidy], daneben zahlreiche weitere kleinere Theatersäle und Konzertsäle, sowie die Cinémathèque suisse. Ferner besitzt Lausanne ein Stadtarchiv, eine Stadtbibliothek, mehrere Volksbibliotheken, die Kantons- und die Universitätsbibliothek und verschiedene Fachbibliotheken. Seit 1968 findet in Lausanne das Festival de la Cité, seit 1973 der Prix de Lausanne (ein Tanzwettbewerb) statt. Daneben gibt es den Concours de Lausanne der neuen Choreographie, das Béjart Ballett, alljährliche Konzerte mit klassischer Musik, Jazz, Rock und Volksmusik. Jeweils im September wird der Comptoir Suisse abgehalten.

Museen

Als Kulturzentrum der Westschweiz besitzt Lausanne eine Reihe bedeutender Museen. Darunter sind das Kunstmuseum (zeigt seit 1841 die im Besitz des Kantons Waadt stehenden Kunstsammlungen), das Kantonale Museum für Archäologie und Geschichte (mit Sammlungen seit 1852), das Musée de l'Elysée (ein Museum der schweizerischen Photographie) und das Musée Olympique (dokumentiert die neuzeitliche olympische Bewegung seit 1896) zu nennen. Die Fondation de l'Hermitage zeigt wechselnde Kunstausstellungen. Im weiteren verfügt die Stadt über zahlreiche Privatmuseen, Kunstgalerien und weitere Ausstellungen.

Erholungszonen

Fast das gesamte Seeufer auf dem Stadtgebiet ist als ausgedehnte Erholungszone mit Freizeit- und Sportanlagen, Schwimmbad, Seebad, Bootshafenanlagen, Campingplatz und Spielwiesen gestaltet. Es handelt sich hierbei um das umgestaltete Gelände, das 1964 für die Schweizerische Landesausstellung Expo 64 Lausanne benutzt wurde. Das überbaute Stadtgebiet wird durch mehrere Parks und Grünanlagen aufgelockert, beispielsweise durch den Botanischen Garten am isolierten Hügel Montriond, den Parc de Valency, das Gebiet bei Monrepos und die Esplanade de Montbenon. Zu den weiteren Naherholungsräumen zählen der Wald von Sauvabelin und das Gebiet um Chalet-à-Gobet.

Verkehr

1964 Lausanne ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt im Westschweizer Mittelland. Es liegt an der alten Haupt- und Handelsstrasse von Genf über den Pass Chalet-à-Gobet nach Bern. Weitere schon in früher Zeit wichtige Verbindungen bestanden entlang des Genfersees nach Vevey und Montreux sowie nach Norden in Richtung Cossonay, Orbe und Yverdon. Zu Beginn der 1960er Jahre erfolgte der Bau der Autobahn A1 von Genf nach Lausanne, die bei Lausanne-Vidy endete. Die Strecke wurde 1964 rechtzeitig für die Landesausstellung in Lausanne in Betrieb genommen. Heute läuft der Abschnitt zwischen der Verzweigung Ecublens und Lausanne-Vidy unter der Bezeichnung A1A als westlicher Stadtzubringer Lausanne. Die nördliche Umfahrung von Lausanne, ein Streckenabschnitt der A9 (Lausanne-Sion) mit mehreren Brückenbauwerken über die Täler wurde 1974 eröffnet. 1981 kam die nördliche Fortsetzung der A1 nach Yverdon-les-Bains hinzu. Der SBB-Bahnhof von Lausanne ist einer der wichtigsten des gesamten Landes. Von hier aus verkehren direkte Schnellzüge in fast alle Regionen der Schweiz, sowie eine TGV-Linie nach Paris. Die erste Eisenbahn erreichte Lausanne am 5. Mai 1856 mit der Eröffnung der Strecke Renens-Lausanne. Damit war Lausanne zunächst mit Morges (ab 1858 mit Genf) und Yverdon (ab 1859 mit Neuenburg) verbunden. Am 2. April 1861 wurde der Streckenabschnitt Lausanne – Villeneuve der Eisenbahnlinie von Lausanne ins Wallis eröffnet. Rund anderthalb Jahre später, am 4. September 1862, wurde auch die Bahnlinie Lausanne-Bern in Betrieb genommen. Am 5. November 1873 folgte schliesslich die Einweihung des Abschnittes von Lausanne nach Cheseaux-sur-Lausanne der Schmalspurbahn Chemin de fer Lausanne-Echallens-Bercher, welche die nördlichen Vororte der Stadt erschliesst. Der ÖPNV wird in Lausanne durch die Transports publics de la région Lausannoise abgewickelt. Diese Gesellschaft betreibt zahlreiche Trolleybus- und Autobuslinien auf dem Stadtgebiet und in der Agglomeration. Dazu kommen noch die Funiculaire Lausanne-Ouchy und eine Stadtbahn von Lausanne via Ecublens (Erschliessung der Universität in Dorigny und der EPFL) nach Renens. Die Zahnradbahn wird zurzeit bis Epalinges verlängert und in eine U-Bahnlinie umgebaut; die Eröffnung der Métro Lausanne soll im Dezember 2007 erfolgen. Ferner ist Lausanne durch das Verkehrsnetz der Personenschifffahrt auf dem Genfersee mit zahlreichen Seeanstössergemeinden verbunden, darunter auch mit dem gegenüber liegenden Evian-les-Bains in Frankreich. Auf der Hochfläche von Blécherette oberhalb des Stadtzentrums befindet sich seit 1911 der Flugplatz La Blécherette für Zivilflugzeuge.

Geschichte

1911 Das Stadtgebiet von Lausanne war bereits im 4. Jahrtausend vor Christus besiedelt. Die Römer errichteten an der Stelle einer keltischen Siedlung im Bereich des heutigen Vidy ein Militärlager, das sie Lousanna nannten. Seit dem 1. Jahrhundert nach Christus entwickelte sich hier am Umschlagplatz von den Handelsschiffen auf dem Genfersee auf Pferdefuhrwerke ein römischer Vicus. Dieser erreichte vermutlich eine Grösse von 1.2 km Länge und 250 m Breite und war der grösste Vicus der Schweiz. Im Lauf des 3. Jahrhunderts wurde diese Römersiedlung durch Einfälle der Alamannen bedrängt und wahrscheinlich um 260 zerstört. Bereits im 3. Jahrhundert entwickelte sich auf dem Hügel, wo sich heute die Kathedrale befindet, eine kleine Handwerkersiedlung oder ein Refugium. Der Name der Römersiedlung wurde auf diesen Ort übertragen. Im 6. Jahrhundert wurde auf diesem Hügel die erste Kirche errichtet, die dem heiligen Thyrsus geweiht war. Bischof Marius verlegte seinen Sitz in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts von Avenches nach Lausanne und begründete damit das Bistum Lausanne. Er wurde 594 in der damaligen Kirche beigesetzt. Der zunächst noch relativ kleine Ort gehörte in der Zeit von 888 bis 1032 zum Königreich Hochburgund. Während des 11. Jahrhunderts entwickelte sich Lausanne zu einem politischen, wirtschaftlichen und religiösen Zentrum. Die Stadt wurde zum Zentrum der weltlichen Herrschaft der Bischöfe. In der nachfolgenden Zeit, insbesondere im 12. und 13. Jahrhundert erlebte Lausanne eine eigentliche Blütezeit. Die Bürgerschaft von Lausanne, die sich 1234 ihre ersten politischen Rechte erkämpft hatte, erhielt in den folgenden Jahrhunderten immer wieder Unterstützung von den Grafen von Savoyen gegen die Herrschaft der Bischöfe. 1476 wurde die Stadt von burgundischen Truppen unter Karl dem Kühnen besetzt und nach der Schlacht von Grandson von den Eidgenossen geplündert. Am 6. Juli 1481 schlossen sich die Cité und die Unterstadt zusammen, die sich vorher unabhängig voneinander entwickelten. Die Stadt schloss 1525 mit Bern und Freiburg Burgrechtsverträge. 1525 Ein neues Kapitel in der Geschichte der Stadt Lausanne beginnt 1536, als die Berner das Waadtland eroberten. Die Bewohner der Stadt begrüssten die Einführung der Reformation, und der damalige Bischof Sebastian von Montfaucon musste nach Savoyen fliehen. Damit verlor Lausanne seinen Status als Bischofssitz (das Bistum Lausanne, Genf und Freiburg hat seinen Sitz seit 1613 in Freiburg). Dass die Berner die Bevölkerung von Lausanne zu ihren Untertanen machten und Lausanne zu einer Provinzstadt degradierten, wurde von den Einwohnern verständlicherweise mit Widerwillen entgegengenommen. Es gab deshalb mehrere Erhebungen gegen die Berner Vorherrschaft, darunter 1588 die Verschwörung von Isbrand Daux, der das Waadtland in die Hände von Savoyen spielen wollte, und der Widerstand unter Jean Daniel Abraham Davel im Jahr 1723. Die Berner richteten 1536 die Vogtei Lausanne ein, die einen wesentlich grösseren Umfang als der heutige Bezirk Lausanne hatte. Sie erstreckte sich von der Venoge entlang des Genferseeufers nach Osten bis vor die Stadt Vevey, umfasste im Norden die Hochfläche des Jorat und reichte im Nordosten bis in das Einzugsgebiet der Broye. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime wurde Lausanne im Gefolge der Waadtländer Revolution 1798 zum Hauptort des Canton du Léman, der während der Helvetik bis 1803 Bestand hatte, und anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. Damit wurde Lausanne zur Hauptstadt des neugeschaffenen Kantons. Als wichtiger Verwaltungssitz erlebte die Stadt im Lauf des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung. Durch die rege Bautätigkeit wuchs die Lausanne bereits um 1900 bis an seine Stadtgrenzen. Projekte einer Eingemeindung der Nachbarorte Renens, Prilly und Epalinges scheiterten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts allesamt an der Ablehnung durch die Bevölkerung der Vorstädte. Im Schloss von Ouchy wurde am 24. Juli 1923 der Vertrag von Lausanne geschlossen. Von Juni bis Juli 1932 fanden in der Konferenz von Lausanne die Verhandlungen über Deutschlands Reparationen statt.

Sehenswürdigkeiten

Konferenz von Lausanne Lausanne besitzt eine Reihe von sehenswerten Bauwerken. Herausragendes Bauwerk der Stadt ist die Kathedrale Notre-Dame. Im Quartier de la Cité auf dem Hügel bei der Kathedrale sind weitere bedeutende mittelalterliche Bauten erhalten. Das Schloss Saint-Maire ist ein von vier Ecktürmen flankierter massiver kubischer Bau, dessen oberstes Geschoss Backsteinarchitektur zeigt. Es wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts an der Stelle des Priorats Saint-Maire errichtet, diente als Bischofssitz und war während der Berner Zeit Sitz des Landvogts. Das alte bischöfliche Schloss an der Place de la Cathédrale stammt in seinem Kern aus dem 11. Jahrhundert, im Lauf der Zeit wurden aber mehrere neuere Gebäudeflügel angebaut; der Jacquemard-Turm (1360-80) war Teil der ursprünglichen Stadtbefestigung. Nahebei steht das Haus Gaudard von 1670. Die ehemalige Akademie, ein rechteckiges Gebäude mit Treppenturm, wurde von 1579 bis 1587 erbaut. Von 1803-06 stammt das klassizistische Bâtiment du Grand Conseil. Mit dem westlich angrenzenden Quartier de la Palud ist der Stadtteil Cité durch gedeckte Treppenläufe verbunden. Das Quartier de la Palud entwickelte sich in einer ehemals sumpfigen Geländemulde und diente als Marktquartier von Lausanne. Hier befindet sich das Hôtel de Ville (Rathaus), das 1672-75 an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet und im 18. und 19. Jahrhundert vergrössert wurde. Es zeigt eine zweigeschossige Renaissancefassade über Arkaden und besitzt einen Glockenturm. Im weiteren sind das Maison de Seigneux (heute Polizeiposten) in einem Stil im Übergang vom Barock zum Frühklassizismus (1732), das Haus Crousaz aus dem 18. Jahrhundert und der Gerechtigkeitsbrunnen (16. Jahrhundert; das Original befindet sich im Museum) zu nennen. An der Place de la Riponne stehen der Palais de Rumine (1898-1906) im Neurenaissancestil, das ursprünglich zur Aufnahme der Universität, der Bibliothek und eines Museums bestimmt war, sowie das ehemalige Musée Arlaud (1836-39). Im Quartier du Bourg befindet sich die reformierte Kirche Saint-François, ehemalige Kirche des 1258 gegründeten Franziskanerklosters. Der einschiffige Bau mit Kreuzrippengewölbe stammt von 1270, musste aber 1368 nach einem Brand neu erstellt werden. Der Glockenturm wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Am Eingang zum Quartier Saint-Laurent steht die Tour de l'Ale, ein Rundturm aus dem 13. und 14. Jahrhundert, der als eines der wenigen mittelalterlichen Festungsbauwerke noch erhalten ist. Die reformierte Kirche Saint-Laurent wurde 1716-19 an der Stelle einer Kirche aus dem 11. Jahrhundert erbaut und 1761-63 mit einer Barockfassade versehen. Das Maison de l'Elysée ist ein Herrenhaus, das 1780-83 erstellt wurde. In den Aussenquartieren befinden sich zahlreiche Schlösser und Herrensitze sowie andere Prachtbauten. Dazu zählen das Schloss Beaulieu (1763-66), das Schloss Béthusy aus dem 18. Jahrhundert, das klassizistische Haus Villamont (1791-93), das Maison de Mon-Repos (1819-27), in dem früher das Musée Olympique untergebracht war, sowie die imposanten neoklassizistischen Bauten des Bundesgerichts (Tribunal Fédéral; 1922-27), der Kantonalbank (1903) und des Postgebäudes (1896-1900). In Ouchy, dem traditionellen Hafen von Lausanne, stehen mehrere Hotelbauten aus dem 19. Jahrhundert, beispielsweise das Hôtel du Château d'Ouchy (1889-93) im neugotischen Stil, das Hôtel d'Angleterre (1775-79) und das Hôtel Beau-Rivage (1858-61). Entlang des Genfersees gibt es ausgedehnte Parkanlagen mit Skulpturen sowie am Quai eine neugotische Turmruine von 1830.

Persönlichkeiten mit Bezug zu Lausanne

1830

Schweizer


- Aloïse Corbaz
- David Bennent, Schauspieler
- Johann Ludwig Burckhardt, Orientreisender
- Stéphane Chapuisat, Fussballer
- Jean Daniel Abraham Davel, Offizier und Rebell
- Jean-Pascal Delamuraz, Bundesrat
- Oswald Heer, Paläontologe
- Franziska Rochat-Moser, Leichtathletin
- Fabienne Pakleppa, Schriftstellerin
- Auguste Piccard, Wissenschaftler
- Bertrand Piccard, Wissenschaftler
- Félix Vallotton, Maler und Grafiker
- Pierre Viret, Reformator von Lausanne
- Oswald Zappelli, Fechter

Ausländer


- Umberto Agnelli, italienischer Unternehmer
- Jean Anouilh, französischer Schriftsteller
- Pierre de Coubertin, französischer Baron und IOC-Gründer
- Carl Peter Fabergé, Goldschmied und Juwelier
- Fausia, persische Kaiserin
- Guillaume Franc, französischer Komponist
- Egon von Fürstenberg, deutsch-italienischer Modedesigner
- José Giovanni, Schriftsteller und Filmemacher
- Waldemar Mordecai Haffkine, ukrainischer Bakteriologe
- Robin Kenyatta, amerikanischer Saxophonist
- Carl Gustaf Mannerheim, finnischer Offizier und Staatsmann
- James Mason, englischer Filmschauspieler
- Vladimir Nabokov, russischer Schriftsteller
- Hugo Pratt, italienischer Comic-Autor
- Ubol Ratana, thailändische Prinzessin
- Georges Simenon, französischer Schriftsteller
- Karol Szymanowski, polnischer Komponist
- Eugène Viollet-le-Duc, französischer Architekt
- Victoria von Battenberg, Königin von Spanien
- Philipp von Ferrary, Philatelist

Weblinks


- [http://www.lausanne.ch Offizielle Website der Stadt Lausanne]
- [http://www.lausanne-tourisme.ch Informationen für Touristen]
- [http://www.swisscastles.ch/aviation/Vaud/lausanne/carte.html Umfangreiches Archiv von Luftaufnahmen der Stadt]
- [http://www.swisscastles.ch/Vaud/chateau/lausanne.html Die Schlösser von Lausanne]
- [http://www.unil.ch Universität Lausanne]
- [http://www.epfl.ch Eidg. Technische Hochschule Lausanne]
- [http://www.museum.olympic.org Olympisches Museum] Kategorie:Ort in der Schweiz Kategorie:Ort im Kanton Waadt Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Hauptort eines Kantons (Schweiz) ja:ローザンヌ

Jorat

Der Jorat (früherer deutscher Name: Jurten) ist ein waldreiches Hochland im Kanton Waadt im Westschweizer Mittelland, nordöstlich von Lausanne. Sein Name hat den gleichen Ursprung wie der Jura; das keltische Wort jor bedeutet soviel wie Wald oder Waldland. Begrenzt wird das Gebiet des Jorat im Süden durch den Genfersee und die Lavaux, im Osten durch die Mulde von Forel und das Broyetal, im Norden durch die Talsysteme der Mentue mit Zuflüssen sowie im Westen durch die Fläche des Gros de Vaud. Gegen Süden fällt das Hochland des Jorat verhältnismässig steil ab, während es sich gegen die anderen Himmelsrichtungen nur allmählich abdacht, und keine klaren geographischen Grenzen ersichtlich sind. Der höchste Punkt dieses Molassehochlandes erreicht 929 m ü. M. Der Zentralteil des Jorat ist durch einen grossen Wald, den Bois du Jorat, bedeckt. Dieser ist Quellgebiet der Flüsse Talent, Mentue und Bressonne. An den Rändern des Waldlandes wird wegen der Höhenlage hauptsächlich Weidewirtschaft betrieben, Ackerbau hat nur eine geringe Bedeutung. Der Jorat wird von der alten Hauptstrasse von Lausanne nach Bern im Pass Chalet-à-Gobet auf 873 m ü. M. überquert.

Weblinks


- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D12240.html Artikel Jorat] im Historischen Lexikon der Schweiz Kategorie:Berg in der Schweiz

Mittelland (Schweiz)

Das Mittelland bildet neben dem Jura und den Alpen eine der drei Grosslandschaften der Schweiz und macht etwa 30 % der schweizerischen Landesfläche aus. Es umfasst das teils flache, weitgehend jedoch hügelige Gebiet zwischen Jura und Alpen und liegt im Mittel auf einer Höhe von 400 bis 600 m ü. M. Es ist die weitaus am dichtesten besiedelte Region der Schweiz und dadurch auch wirtschaftlich und verkehrstechnisch der bedeutendste Grossraum des Landes. m ü. M.

Lage

m ü. M. Das Schweizer Mittelland wird im Nordwesten und Norden geographisch wie auch geologisch durch die langgestreckten Höhenzüge des Juras klar abgegrenzt. Im Süden gegen die Alpen hin ist die Grenze geographisch nicht genau definiert. Meist wird der an einigen Orten relativ abrupte Anstieg zu Höhen über 1500 m ü. M. (Kalkalpen, teilweise auch Berge der subalpinen Molasse) als Kriterium für die Abgrenzung genommen. Gelegentlich werden die Regionen des höheren Mittellandes, insbesondere die Freiburger Hügellandschaft, das Napfgebiet, das Tössbergland und Teile des Appenzellerlandes zum schweizerischen Alpenvorland im engeren Sinne gezählt. Wenn man jedoch nur die Grosslandschaften in Betracht zieht, gehört das Alpenvorland eindeutig noch zum Mittelland. Die südwestliche Grenze des Schweizer Mittellandes bildet der Genfersee, die nordöstliche Grenze der Bodensee zusammen mit dem Rhein. Geologisch stellt das Mittelland eine Beckenzone dar, die sich auch über die schweizerischen Landesgrenzen hinaus erstreckt. Im Südwesten auf französischem Gebiet verengt sich das Becken im Genevois und endet bei Chambéry, wo sich Jura und Alpen zusammenschliessen. Jenseits des Bodensees setzt sich das Mittelland im süddeutschen und österreichischen Alpenvorland fort. Auf schweizerischem Staatsgebiet hat das Mittelland eine Längenausdehnung von rund 300 km bei einer von West nach Ost zunehmenden Breite. Im Raum Genf beträgt die Breite knapp 30 km, im Raum Bern etwa 50 km und in der Ostschweiz rund 70 km. Zahlreiche Kantone haben Anteil am Mittelland. Vollständige Mittellandkantone sind Zürich, Thurgau und Genf; überwiegend im Mittelland liegen die Kantonsgebiete von Luzern, Aargau, Solothurn, Bern, Freiburg und Waadt; kleinere Anteile finden sich ferner in den Kantonen Neuenburg, Zug, Schwyz, Sankt Gallen und Schaffhausen.

Geologie

Schichtfolge

Aufgrund zahlreicher Tiefbohrungen auf Erdöl und Erdgas sind die Gesteinsfolgen im Schweizer Mittelland relativ gut erforscht. Die Basis bildet das kristalline Grundgebirge, das in den Zentralmassiven der Alpen wie auch im Schwarzwald und in den Vogesen zutage tritt, im Bereich von Jura und Mittelland aber als tiefe Geosynklinale ausgebildet ist. Etwa 2500–3000 m unterhalb der Erdoberfläche, in Alpennähe auch deutlich tiefer, stösst man im Mittelland bei Bohrungen jeweils auf dieses Grundgebirge. Über dem Grundgebirge lagert die ungefaltete Schichtfolge der mesozoischen Sedimente aus den Zeitaltern von Trias, Jura und Kreide; sie ist im Mittelland nirgends aufgeschlossen. Ihre Dicke nimmt von West nach Ost allmählich von 2.5 auf 0.8 km ab. Diese Schichten wurden wie diejenigen des Juragebirges in einem verhältnismässig flachen Meeresbecken, der Tethys, abgelagert. Auf die mesozoischen Schichten kamen die Molassesedimente zu liegen. Diese bestehen aus Abtragungsprodukten der Alpen, mehrheitlich Nagelfluh (Konglomerate), Sande, Mergel und Tone, die unter dem Druck von überlagernden Sedimenten zu Gestein verfestigt wurden. Die Deckschicht schliesslich bilden die Schotter und Lockergesteine, welche von den eiszeitlichen Gletschern transportiert wurden.

Molasse

Geologisch von grösster Bedeutung im Schweizer Mittelland sind die mächtigen Molassesedimente, welche als Folge der Gebirgserosion am Alpenrand abgelagert wurden. Die Schichtdicke der Molasse nimmt (bei gleicher Entfernung von den Alpen) von West nach Ost zu. Die damaligen Flüsse aus den Alpen – im Allgemeinen nicht kongruent mit dem heutigen Flussnetz – bauten am Gebirgsfuss bedeutende Schwemmfächer auf. Wichtigste Beispiele dafür sind der Napf- und der Hörnli-Schwemmfächer, weitere Fächer gab es im Gebiet des Rigi, im Schwarzenburgerland und im Gebiet zwischen dem östlichen Genfersee und dem Mittellauf der Saane. Das Erosionsmaterial wurde nach seiner Korngrösse sortiert. So wurde grobkörniges Material vorwiegend in Alpennähe sedimentiert, sobald die Fliessgeschwindigkeit des Wassers als Transportmedium zu gering wurde, um die gröberen Steine in der Schwebe zu halten. Im mittleren Teil des Beckens findet man hauptsächlich die feinkörnigeren Sandsteine und an dessen Nordrand in Juranähe Tone und Mergel. Entstehungsgeschichte der Molasse im Mittelland In der ersten Zeit des Tertiärs vor rund 60–40 Millionen Jahren war das Gebiet des heutigen Schweizer Mittellandes ein verkarstetes Kalkplateau, das sich leicht nach Süden neigte und auch in diese Richtung entwässert wurde. In der Folgezeit wurde dieses Plateau durch Hebungs- und Senkungsvorgänge im Zusammenhang mit der Alpenbildung zweimal vom Meer überflutet. Man unterscheidet daher die entsprechenden Ablagerungen als Meeresmolasse und Süsswassermolasse, wobei unter letzterer nicht in erster Linie Sedimente in Süsswasserseen, sondern vor allem Ablagerungen durch Flusssysteme und Windverfrachtung verstanden werden sollten (also eher eine „Festlandmolasse“).
- Untere Meeresmolasse (vor etwa 37–30 Millionen Jahren): Allmählich senkte sich das Kalkplateau ab, und ein flacher Meeresarm drang vor, der im Osten bis zu den Karpaten reichte. Die Sedimente bestanden aus feinkörnigen Sanden, Tonen und Mergeln; Nagelfluhfächer gab es noch keine, weil die eigentliche Hebung der Alpen erst am Ende dieser Periode beginnt.
- Untere Süsswassermolasse (vor etwa 30–22 Millionen Jahren): Das Meer wich einerseits wegen Hebungsvorgängen, andererseits wegen einer weltweiten Meeresspiegelabsenkung zurück. Zusammen mit der Alpenfaltung setzte die Gebirgserosion ein und die ersten Nagelfluhfächer entstanden.
- Obere Meeresmolasse (vor etwa 22–16 Millionen Jahren): Erneut drang ein flacher Meeresarm vor und die Bildung der Nagelfluhfächer von Napf und Hörnli begann.
- Obere Süsswassermolasse (vor etwa 16–2 Millionen Jahren): Das Meer zog sich nun endgültig zurück. Der Aufbau des Napf- und Hörnlifächers (sowie weiterer kleinerer Schwemmfächer) ging weiter, so dass diese am Ende der Periode eine Schichtdicke von rund 1500 Meter erreichten. In der nachfolgenden Zeit wurde vor allem der westliche Teil des Mittellandes nochmals stark gehoben, wodurch in diesem Gebiet die Sedimente der Oberen Meeres- und Süsswassermolasse weitgehend wieder erodiert wurden. Charakteristisch für die Sedimente der Meeresmolassen sind versteinerte Schnecken, Muscheln und Haifischzähne. Demgegenüber findet man in den Süsswassermolassen Versteinerungen von typischen Festlandsäugetieren aber auch Reste der damaligen subtropischen Vegetation (z.B. Palmblätter).

Eiszeitliche Überprägung

Seine heutige Landschaftsgestalt hat das Mittelland während der Überprägung durch die eiszeitlichen Gletscher erhalten. Während aller bekannten alpinen Vereisungsstadien (Günz-, Mindel-, Riss- und Würmeiszeit) stiessen gewaltige Gletschereismassen weit ins Mittelland vor. Die dazwischen liegenden Warmzeiten verursachten jeweils ein Rückzug der Gletscher in die Hochalpen (teilweise geringere Ausdehnung als heute), und im Mittelland machte sich subtropische Vegetation breit. Würmeiszeit Während der Eiszeiten teilte sich der Rhonegletscher jeweils am Ausgang der Alpen in zwei Arme, von denen der eine sich über das ganze westliche Mittelland bis in die Regionen Solothurn und Aarau ausdehnte. Im Raum Bern vereinigte er sich mit dem Aaregletscher. Auch der Reuss-, der Linth- und der Rheingletscher stiessen teilweise bis an den Jura vor. Dabei formten die Eismassen das Land einerseits durch die Tiefenerosion, andererseits durch Ablagerungen von oft mehrere Meter mächtigen Grundmoränen (sehr fein zermahlenes Gesteinsmehl) sowie durch Ablagerung von Schotter durch die Flüsse im Vorfeld der Gletscher. Spuren der älteren Günz- und Mindeleiszeit sind jedoch nur an wenigen Orten übriggeblieben, da sie von den Gletschern der nachfolgenden Eiszeiten beseitigt oder umgelagert wurden. Ihre grösste Ausdehnung erreichten die Gletscher in der Risseiszeit, während der das ganze Mittelland ausser das Napfgebiet und das Tössbergland vom Eis bedeckt war. Von der Würmeiszeit, die etwa 115000 Jahre vor der Gegenwart begann, zeugen weitaus die meisten Spuren. Die Endmoränen der Gletscher sowie die Ablagerungen der verschiedenen Rückzugsstadien sind erhalten geblieben.

Landschaftsformen

Bei einem Blick auf die Landkarte kann man noch heute die Fliessrichtung der eiszeitlichen Gletscher erkennen. Die weite Ausdehnung des Rhonegletschers nach Nordosten zeigen der zum Jura und zu den Alpen parallele Verlauf der Täler (Broye, Glâne) und Seen (Neuenburger-, Bieler und Murtensee) in der Westschweiz an. Reuss- und Linthgletscher haben die von Südosten nach Nordwesten verlaufenden Täler (u.a. Wigger-, Suhren-, See- und Reusstal) und Seen (Zürichsee, Greifensee, Hallwilersee, Sempachersee) des zentralen Mittellandes geschaffen. Der Rheingletscher hinterliess in der Nordostschweiz mehrheitlich in Ost-West-Richtung verlaufende Spuren (Thurtal, Untersee des Bodensees). Mancherorts gibt es charakteristische Drumlins aus gepresstem Grundmoränenmaterial, die meist in grösseren Schwärmen auftreten, besonders typisch im Zürcher Oberland, im Hirzelgebiet, im Bodenseegebiet sowie zwischen dem Reusstal und dem Baldeggersee. Weitere wichtige Vermächtnisse der Gletscher im Mittelland sind neben dem See- und Flusssystem die Findlinge, welche über das ganze Gebiet verstreut anzutreffen sind. Diese zum Teil riesigen erratischen Blöcke (beispielsweise bei Steinhof) aus ortsfremdem Gestein, meist Granit oder Gneis, der nur in den Hochalpen vorkommt, waren unter anderem der Schlüssel zur Begründung der Eiszeittheorie im 19. Jahrhundert, da ein Transport allein durch Wasserkraft physikalisch nicht möglich ist. Schliesslich sind auch die Schotterablagerungen in den Talsohlen des Mittellandes ein Zeugnis der Eiszeiten. Während der Gletscherzeit sowie beim Vorstoss und Rückzug der Gletscher wurden zum Teil mächtige Schotterschichten in den Tälern abgelagert, die in der nachfolgenden Warmzeit jeweils bis auf einige Reste wieder wegerodiert wurden. Viele Täler weisen deshalb ein Terrassensystem auf: Die Niederterrasse besteht aus Schotter der Würmeiszeit, die Hochterrasse aus Ablagerungen der Risseiszeit. Manchmal sind auch noch Deckenschotter der älteren Eiszeiten zu finden.

Topographie

Steinhof Obwohl das Schweizer Mittelland ein Becken darstellt, ist es keineswegs als ebene Landschaft einzustufen, sondern es weist eine je nach Region bisweilen sehr vielfältige naturräumliche Gliederung auf. Wichtige Elemente sind die beiden grossen Seen, Genfer- und Bodensee, welche das Schweizer Mittelland im Südwesten und Nordosten begrenzen. Das westliche Mittelland ist geprägt durch Hochflächen (Gros de Vaud, bis 600 m ü. M.) und Molassehügelländer (Jorat, bis 900 m ü. M.; Freiburger Hügelland, 600 - 1200 m ü. M.), in welche zum Teil tiefe Täler eingegraben sind. Nur in Juranähe besteht mit dem Tal der Venoge und der Orbeebene eine nahezu durchgehende Senke, welche durch den Querriegel des Mormont, über den die Hauptwasserscheide zwischen Rhone und Rhein auf nur 500 m ü. M. verläuft, zweigeteilt wird. Das Seeland bildet die grösste ebene Fläche des Mittellandes, aber auch darin erheben sich einzelne Molasserücken. Nach Osten schliessen sich nun verschiedene Hügelländer an, die gegen Norden allmählich niedriger werden. Eine weitere grössere Fläche ist die von der Emme durchflossene Ebene des Wasseramtes. Die entlang dem Jurasüdfuss meist in einem breiten Tal fliessende Aare nimmt alle aus dem höheren Mittelland und den Alpen kommenden Flüsse wie eine Dachrinne auf. Aare Das zentrale Mittelland ist charakterisiert durch eine Anzahl Südost-Nordwest ausgerichteter breiter Höhenrücken (u.a. Erlosen, Lindenberg) und dazwischen liegender weiter Täler, teilweise mit Seen (Sempacher-, Hallwiler- und Baldeggersee). Den östlichen Abschluss davon bildet die Albiskette, die zusammen mit der Heitersbergkette einen quer durch das Mittelland zwischen Jura und Alpen verlaufenden Riegel schafft, der nur an wenigen Orten von den leistungsstarken Verkehrsträgern meist mit Tunnels passiert werden kann. Das östliche Mittelland wird in die Täler der Limmat (mit Zürichsee), Glatt (mit Greifensee), Töss und Thur gegliedert. Dazwischen erheben sich Hügelländer, im Thurgau auch wieder breite Molasserücken (Seerücken, Ottenberg). Von den genannten Landschaftsformen heben sich zwei Hügelgebiete deutlich ab. Es sind dies das Napfgebiet (mit Höhen bis 1408 m ü. M. zugleich der höchste Punkt des Mittellandes) und das Tössbergland (bis 1300 m ü. M.), beides Überreste der tertiären Nagelfluh-Schwemmfächer. Diese wurden im Lauf der Zeit stark erodiert, wegen ihrer Höhenlage jedoch nicht durch die eiszeitliche Vergletscherung überformt. Deshalb entstanden tief eingekerbte, steilwandige Täler (Gräben) und ein stark verzweigtes, dichtes Gewässernetz.

Klima

Ottenberg Das Schweizer Mittelland liegt im Übergangsbereich vom feuchtmaritimen zum kontinental-gemässigten Klima mit überwiegendem Wind aus westlichen Richtungen. Im tieferen Mittelland beträgt die mittlere Jahrestemperatur etwa 9 - 10 °C. Im Januar weisen das Genferseegebiet sowie die ufernahen Bereiche von Neuenburger- und Bielersee mit rund +1 °C die höchsten Mitteltemperaturen auf. Bei gleicher Höhenlage besteht ein leichtes West-Ost-Gefälle; im kältesten Monat werden im Bodenseeraum mittlere Temperaturen von –1 °C erreicht. Die Mitteltemperatur des Monats Juli beträgt im Raum Genf +20 °C, aber auch entlang dem gesamten Jurasüdfuss werden durchschnittlich 18 - 19 °C erreicht, in den höheren, alpennäheren Gebieten etwa 16 - 18 °C. Auch bezüglich der mittleren jährlichen Sonnenscheindauer ist der Genferseeraum begünstigt mit über 1900 Stunden, im übrigen Mittelland sind es 1600 (vor allem im Osten) bis 1900 Stunden. Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge bewegt sich zwischen 800 mm in Juranähe, 1200 mm im höheren Mittelland und 1400 mm am Alpenrand. Die trockensten Regionen des Mittellandes befinden sich im Lee des Hochjuras zwischen Morges und Neuenburg. Schneedeckentage gibt es heutzutage in den wärmsten Regionen am Genfer- und Neuenburgersee weniger als 20 pro Jahr, im restlichen Mittelland je nach Höhenlage zwischen 20 und 40 pro Jahr. Im Winterhalbjahr bildet sich bei austauscharmen Wetterlagen im Mittelland ein Kaltluftsee, wobei es meist zur Nebel- oder Hochnebelbildung kommt. Dann liegt das gesamte Mittelland über mehrere Tage, teilweise sogar Wochen hinweg unter einer dicken Nebeldecke, während die angrenzenden Gebiete (Jura und Alpen) vom schönen Wetter profitieren. Typisch bei Hochnebellagen ist die Bise, ein kalter Nordostwind. Dieser erreicht wegen der Kanalisierung im gegen Westen schmaler werdenden Mittelland seine grössten Stärken im Genferseeraum, wo bei klassischer Bisenlage nicht selten mittlere Windgeschwindigkeiten von 60 km/h und Böenspitzen bis über 100 km/h registriert werden. Die alpennahen Gebiete des zentralen und östlichen Mittellandes kommen manchmal in den Genuss von warmen Föhnwinden.

Vegetation

Dominierend im Schweizer Mittelland ist der Laubmischwald mit den Hauptvertretern Buche und Tanne. Vielerorts gibt es aus wirtschaftlichen Gründen angepflanzte grössere Fichtenbestände, denn die Fichten kommen von Natur aus in den unteren Lagen kaum vor. An begünstigten, wärmeren und trockeneren Orten im Genferseegebiet, im Seeland sowie in der Nordschweiz von der Aaremündung bis nach Schaffhausen bilden Eichen, Linden und Ahorn die wichtigsten Bäume des Waldbestandes.

Bevölkerung

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Das dicht besiedelte Mittelland: Blick vom Uetliberg auf Zürich. Obwohl das Mittelland nur etwa 30% der Fläche der Schweiz ausmacht, leben hier rund 5 Millionen Menschen oder etwas mehr als zwei Drittel der Wohnbevölkerung der Schweiz. Daher ist das Mittelland mit 380 Einwohnern pro Quadratkilometer dicht besiedelt. Alle Schweizer Städte mit über 50000 Einwohnern (außer Basel) befinden sich im Mittelland, zu den wichtigsten zählen Zürich, Genf, Bern und Lausanne. Die Schwerpunkte der Besiedlung liegen deshalb auch im Bereich der Agglomerationen dieser Städte. Die Agglomeration Zürich allein zählt nahezu 1 Million Einwohner. Weitere dicht besiedelte Gebiete liegen entlang dem Jurasüdfuß sowie im Raum Luzern, Winterthur und Sankt Gallen. Demgegenüber weisen die Regionen des höheren Mittellandes im Bereich des Jorat, im Napfgebiet und im Tössbergland eine dünne Besiedlung auf, vorwiegend kleine Bauerndörfer und verstreute Einzelhöfe. Die Mehrheit der Bevölkerung im Schweizer Mittelland ist deutschsprachig; im westlichen Teil wird Französisch gesprochen. Die Sprachgrenze besteht seit vielen Jahrhunderten nahezu am gleichen Ort und ist nicht an eine geographische Trennlinie gebunden. Sie verläuft von Biel via Erlach, Murten und Freiburg im Üchtland zum Schwarzsee in den Freiburger Alpen. Dabei sind die Städte Biel/Bienne, Murten/Morat und Freiburg/Fribourg offiziell zweisprachig. Ortschaften entlang der Sprachgrenze besitzen in der Regel einen deutschen und einen französischen Namen (siehe auch: Liste deutscher Bezeichnungen Schweizer Orte, Liste französischer Bezeichnungen von deutschsprachigen Schweizer Orten). Im Rahmen eines kurzen Abrisses der Siedlungsgeschichte sind folgende Punkte zu erwähnen: Die ersten besiedelten Räume im Neolithikum stellten die See- und Flussufer des Mittellandes dar (Pfahlbauten). Erste Dörfer bestehend aus Holzhütten entstanden ab dem 3. Jahrhundert vor Christus nach der Einwanderung von keltischen Stämmen. Städtische Siedlungen mit Steinhäusern entwickelten sich in der römischen Zeit, die 15 vor Christus mit der Einverleibung des Gebiets der Helvetier in das Römische Reich unter Kaiser Augustus begann und bis zum Ende des 3. Jahrhunderts nach Christus dauerte. Die drei wichtigsten Orte in der römischen Zeit waren Aventicum (Avenches), Vindonissa und Colonia Iulia Equestris (Nyon). Sie waren durch ein gut ausgebautes Netz von Heeresstraßen miteinander verbunden. Nach dem Rückzug der Römer wurde das westliche Mittelland durch die romanisierten Burgunder, das zentrale und das östliche Mittelland durch die Alemannen besiedelt, wodurch sich die Sprachgrenze etablierte. Während des Mittelalters kam es zu zahlreichen Stadtgründungen, hauptsächlich im klimatisch günstiger gelegenen tieferen Mittelland. So gab es um 1500 bereits etwa 130 Städte, die durch ein dichtes Verkehrsnetz verbunden waren. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert gewannen die Städte rasch an Bedeutung und besonders ab 1860 begann ein rasantes Bevölkerungswachstum der Städte, das rund 100 Jahre lang anhielt. Die nächste Trendumkehr begann etwa 1970, als die Stadtflucht einsetzte. Dadurch wuchsen die stadtnahen Gemeinden überproportional stark, während gleichzeitig die Kernstadt Einwohner verlor. In neuester Zeit verlagert sich dieser Wachstumsgürtel immer weiter nach außen, und die Zersiedelung des Landes schreitet weiter voran.

Wirtschaft

Dank seinem günstigen Klima und den fruchtbaren Böden gilt das tiefere westliche Mittelland als wichtigste Ackerbauregion der Schweiz. Vorherrschender Bodentyp ist die Parabraunerde, in höheren Lagen die Braunerde. Hauptanbauprodukte des Ackerbaus sind Weizen, Gerste, Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln; besonders im Seeland hat auch der Gemüsebau einen grossen Stellenwert. An begünstigten Lagen entlang der Seen, am Jurasüdfuss sowie im Zürcher Weinland und im Klettgau werden Reben gepflanzt. Wiesland mit Milchwirtschaft und Mastviehhaltung überwiegt im östlichen Mittelland sowie in den höheren Regionen des übrigen Mittellandes. Insbesondere im Kanton Thurgau hat der Obstbau (Äpfel) eine grosse Bedeutung. Die Wälder des Mittellandes werden forstwirtschaftlich genutzt; es bestehen verteilt über das ganze Land zahlreiche Fichtenforste. Wegen des wertvollen Holzertrags werden die Fichten oft in Reinbeständen angepflanzt. Auch bezüglich der Wirtschaft ist das Mittelland die Kernregion der Schweiz. Als traditioneller Industriezweig ist die Textil- und Bekleidungsindustrie vor allem im zentralen und östlichen Mittelland zu nennen; sie hat aber in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung verloren. Wichtigste Industriezweige in der heutigen Zeit sind Maschinen- und Fahrzeugbau, Elektro-, Elektronik-, feinmechanische und optische Industrie sowie Metallbau. In der Nahrungs- und Genussmittelindustrie werden sowohl die einheimischen landwirtschaftlichen Erzeugnisse als auch Importe verarbeitet. Ferner sind auch Holz- und Papierverarbeitung von Bedeutung. forstwirtschaft Wie die übrige Schweiz ist auch das Mittelland arm an Bodenschätzen. Jedoch gibt es dank dem Vorstossen der Gletscher während der Eiszeiten in genügenden Mengen Kies und Ton. Der Kiesabbau im Bereich der eiszeitlichen Schotterterrassen ist in den Tälern des gesamten Mittellandes verbreitet und deckt den Bedarf der Baustoffindustrie. Mittels zahlreicher Flusskraftwerke wird die Wasserkraft zur Elektrizitätsgewinnung genutzt. Im weiteren stehen alle fünf schweizerischen Kernkraftwerke im Mittelland. Es sind dies die Kernkraftwerke Gösgen, Mühleberg, Leibstadt sowie Beznau I und II.

Verkehr

Aufgrund der für schweizerische Verhältnisse relativ einfachen Topographie und der dichten Besiedlung ist das Verkehrsnetz im Mittelland sehr gut ausgebaut. Die wichtigste Transversale, sozusagen das Rückgrat des Mittellandes, bildet die Autobahn A1, welche von Genf via Lausanne, Bern, Zürich, Winterthur nach Sankt Gallen führt und alle grossen Städte miteinander verbindet. Ihr letztes Teilstück zwischen Yverdon-les-Bains und Estavayer-le-Lac wurde erst 2001 eröffnet; es wird dieser bis anhin strukturschwachen Mittellandregion zu einem wirtschaftlichen Aufschwung verhelfen. Die Autobahn A2 als schweizerische Nord-Süd-Achse durchquert das Mittelland zwischen Olten und Luzern. Das Eisenbahnnetz ist seit alters her sehr dicht. Wie mit der A1 sind auch mit der Bahn alle wichtigen Städte direkt miteinander verbunden, wobei es zwischen Lausanne und Olten zwei Hauptlinien gibt. Die eine führt von Lausanne via Freiburg und Bern nach Olten, die andere verläuft entlang dem Jurasüdfuss und erschliesst die Städte Yverdon-les-Bains, Neuenburg, Biel und Solothurn. Einen Quantensprung gab es am 12. Dezember 2004, als die Neubaustrecke zwischen Mattstetten und Rothrist (Bahn 2000) eröffnet wurde, was die Fahrzeit auf dieser Strecke um 15 Minuten verkürzte. Eine Zugfahrt zwischen Bern und Zürich dauert nun etwas weniger als eine Stunde. Die zwei wichtigsten Schweizer Flughäfen befinden sich im Mittelland: der Flughafen Zürich-Kloten in der Ebene des Glattals bei Kloten sowie der Flughafen Genf an der Landesgrenze am Nordwestrand der Stadt. Bern als Hauptstadt der Schweiz besitzt hingegen nur einen kleinen Flughafen (Bern-Belp).

Tourismus

Im Gegensatz zu den Alpen ist das Schweizer Mittelland, insbesondere der ländliche Raum, nicht auf Tourismus und Fremdenverkehr ausgerichtet; es bildet hauptsächlich eine Durchgangsregion. Einzig die grösseren Städte mit ihren Sehenswürdigkeiten, vor allem die Altstädte von Bern und Luzern, aber auch Zürich, Sankt Gallen, Freiburg, Genf und Lausanne, ziehen den Stadttourismus an. Als Natursehenswürdigkeit stellt der Rheinfall bei Schaffhausen einen weiteren Magnet für den Tourismus dar. Vom Fremdenverkehr profitieren ausserdem noch die Regionen am Genfersee sowie die Dreiseenregion Neuenburgersee, Bielersee und Murtensee, in welcher im Jahr 2002 die Landesausstellung Expo.02 stattgefunden hatte. Für Baden, Schinznach-Bad, Yverdon-les-Bains und Zurzach mit ihren Thermalbädern spielt ausserdem der Kurtourismus eine bedeutende Rolle.

Siehe auch


- Geschichte der Schweiz

Literatur


- Toni P. Labhart: Geologie der Schweiz. Ott Verlag, Thun, 2004. ISBN 3722567629.
- François Jeanneret und Franz Auf der Maur: Der grosse Schweizer Atlas. Kümmerly + Frey, Geographischer Verlag, Bern, 1992. ISBN 3259088504.
- Andre Odermatt und Daniel Wachter: Schweiz, eine moderne Geographie. Neue Zürcher Zeitung, Zürich, 2004. ISBN 3038230979.

Weblinks


- [http://members.fortunecity.com/revieruba/beschreib/waldspaz/geologie.htm Geologie der Schweiz]
- [http://mypage.bluewin.ch/chesi/steine/geologie01.htm Geologie des Mittellandes]
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D8566.html Historisches Lexikon der Schweiz: Mittelland] Kategorie:Geographie (Schweiz) Kategorie:Region der Schweiz als:Mittelland (Schweiz)

Carrouge VD

Carrouge ist eine politische Gemeinde im Distrikt Oron des Kantons Waadt in der Schweiz.

Geographie

Carrouge liegt auf 728 m ü. M., 15 km nordöstlich der Kantonshauptstadt Lausanne (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich auf einer Kuppe westlich des Tals des Carrouge, östlich des Hochplateaus des Jorat, im Waadtländer Mittelland. Die Fläche des 5.4 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Molassehügellandes zwischen dem Jorat und dem Oberlauf der Broye. Der zentrale Teil des Gebietes wird im Westen von der Bressonne, im Osten vom Carrouge begrenzt. Dazwischen befindet sich der Höhenrücken Champ du Bochet (757 m ü. M.), von dem die Geländekuppe von Carrouge durch ein kleines Tal getrennt ist. Nach Südwesten erstreckt sich der Gemeindeboden in den Wald von La Côte (mit 783 m ü. M. höchster Punkt von Carrouge) auf der Ostabdachung des Jorat. Ein kleiner Gemeindeteil liegt östlich des Baches Carrouge und reicht über das angrenzende Plateau (720 m ü. M.) bis in das Einzugsgebiet des Baches Parimbot. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 10 % auf Siedlungen, 20 % auf Wald und Gehölze und 70 % auf Landwirtschaft. Zu Carrouge gehören die Weiler Le Borgeau (711 m ü. M.) östlich des Baches Carrouge, La Croix-d'Or (722 m ü. M.) und Ecorche-Boeuf (715 m ü. M.) im Tal der Bressonne sowie einige kleinere Hofsiedlungen und mehrere Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Carrouge sind Vulliens, Ferlens, Mézières, Montpreveyres, Ropraz und Vucherens.

Bevölkerung

Mit 770 Einwohnern (Ende 2003) gehört Carrouge zu den kleineren Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 92.8 % französischsprachig, 3.7 % deutschsprachig und 0.9 % italienischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Carrouge belief sich 1850 auf 524 Einwohner, 1900 auf 410 Einwohner. Danach blieb die Bevölkerungszahl bis 1960 nahezu stabil. Seither wurde eine starke Bevölkerungszunahme verbunden mit einer Verdoppelung der Einwohnerzahl innerhalb von 40 Jahren verzeichnet. Das Siedlungsgebiet von Carrouge ist heute mit demjenigen von Mézières fast lückenlos zusammengewachsen.

Wirtschaft

Carrouge war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben der Ackerbau, der Obstbau und die Viehzucht einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Mit der Schaffung einer Gewerbezone um 2000 liessen sich in den letzten Jahren neue Unternehmen in Carrouge nieder, welche in den Branchen Informatik, Holzhandel und Schreinerei tätig sind. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. Durch die Erstellung von zahlreichen Einfamilienhäusern in den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die vor allem in Moudon und in Lausanne arbeiten. Carrouge ist Standort des Cinéma du Jorat.

Verkehr

Die Gemeinde ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstrasse von Moudon via Chexbres nach Vevey, besitzt aber auch eine gute Verbindung zur Hauptstrasse 1 (Lausanne-Moudon). Durch die Autobuslinie 62 der Transports publics de la région Lausannoise, die von Lausanne nach Moudon verkehrt, ist Carrouge an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.

Geschichte

Das Gemeindegebiet von Carrouge war bereits zur Römerzeit besiedelt, was durch die Überreste einer römischen Villa und durch Münzfunde bestätigt werden konnte. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1255 unter dem Namen Carrogium. Im Mittelalter erschienen die Bezeichnungen Carrojoz und Carroge, und im 19. Jahrhundert war auch die Schreibweise Carouge verbreitet. Der Ortsname ist vom lateinischen Wort quadrivium (Wegkreuz) abgeleitet, aus dem die altfranzösische Variante carroge entstand. Carrouge, das unter der Oberhoheit der Savoyer stand, war vom 13. bis zum 15. Jahrhundert mit der Herrschaft Vulliens vereinigt. Danach bildete es eine eigene Herrschaft, zu der auch Mézières und Les Cullayes gehörten. Die Dorfherren gaben im 16. Jahrhundert das Schloss in Carrouge auf und übersiedelten in das Schloss Carrouge in der Altstadt von Moudon. Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 gelangte das Dorf unter die Verwaltung der Landvogtei Moudon. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte Carrouge von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Oron zugeteilt.

Sehenswürdigkeiten

Die reformierte Kirche von Carrouge, eine einfache Landkirche im Berner Stil, wurde 1709 erbaut und 1795 mit einer Turmuhr versehen. Das klassizistische Schulhaus wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbaut.

Weblinks


- [http://www.carrouge.ch/ Offizielle Website der Gemeinde Carrouge (französisch)]
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D2551.html Artikel Carrouge (VD)] im Historischen Lexikon der Schweiz
- [http://www.swisscastles.ch/aviation/Vaud/aaville2/carrouge.html Luftaufnahmen des Dorfes] Kategorie:Ort in der Schweiz Kategorie:Ort im Kanton Waadt Kategorie:Schweizer Gemeinde

Ferlens

Ferlens ist eine politische Gemeinde im Distrikt Oron des Kantons Waadt in der Schweiz.

Geographie

Ferlens liegt auf 747 m ü. M., 4 km nordwestlich des Bezirkshauptorts Oron-la-Ville und 14 km nordöstlich von Lausanne (Luftlinie). Das ehemalige Bauerndorf erstreckt sich auf einer Höhe westlich des oberen Broyetals, auf der Ostabdachung des Hochplateaus des Jorat, im Waadtländer Mittelland. Die Fläche des 2.2 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der Molassehöhen zwischen dem Jorat und dem Oberlauf der Broye. Die westliche Grenze verläuft entlang des Baches Carrouge. Von hier erstreckt sich der Gemeindeboden ostwärts auf die breite Höhe von Ferlens, auf der mit 768 m ü. M. der höchste Punkt der Gemeinde erreicht wird. Diese Höhe senkt sich allmählich nach Osten in das Tal des Parimbot und zum Wald von Fey. Ein schmaler Zipfel im Nordosten reicht in das ausgedehnte Waldgebiet Bois de Ban (bis 718 m ü. M.). Von der Gemeindefläche entfielen 1997 5 % auf Siedlungen, 22 % auf Wald und Gehölze und 73 % auf Landwirtschaft. Zu Ferlens gehören mehrere Hofsiedlungen und Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Ferlens sind Servion, Mézières, Carrouge und Vulliens im Kanton Waadt sowie Ecublens und Auboranges im Kanton Freiburg.

Bevölkerung

Mit 281 Einwohnern (Ende 2003) gehört Ferlens zu den kleinen Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 92.1 % französischsprachig, 6.4 % deutschsprachig und 1.5 % italienischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Ferlens belief sich 1850 auf 229 Einwohner, 1900 auf 209 Einwohner. Danach wurde durch stetige Abwanderung bis 1970 eine Abnahme auf 142 Einwohner verzeichnet; seither stieg die Bevölkerungszahl wieder markant an und verdoppelte sich innerhalb von 30 Jahren.

Wirtschaft

Ferlens war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben der Ackerbau und die Viehzucht einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. Durch den Bau zahlreicher Einfamilienhäuser in den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die vor allem in Lausanne arbeiten.

Verkehr

Die Gemeinde liegt abseits grösserer Durchgangsstrassen an einer Verbindungsstrasse von Mézières nach Oron-la-Ville. Durch einen Postautokurs, der von Mézières nach Oron-la-Ville verkehrt, ist Ferlens an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1146 bereits unter dem heutigen Namen. Später erschienen die Bezeichnungen Fellens (1180) sowie Ferlyn und Ferlin um 1330. Der Ortsname geht auf den burgundischen Personennamen Ferila zurück und bedeutet bei den Leuten des Ferila. Aufgrund des Fundes einer Nekropole, die auf das 8. und 9. Jahrhundert datiert wird, war Ferlens schon wesentlich vor seiner ersten Nennung besiedelt. Das Gebiet von Ferlens gehörte im Hochmittelalter zur Abtei Saint-Maurice. Es wurde um 1150 der neu gegründeten Zisterzienserabtei Haut-Crêt geschenkt. Später war Ferlens Teil der Herrschaft Oron. Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 gelangte das Dorf unter die Verwaltung der Landvogtei Moudon, wurde 1557 aber der neu gegründeten Vogtei Oron angeschlossen. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte Ferlens von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Oron zugeteilt. Bis 1820 bildete Ferlens zusammen mit Servion eine Gemeinde, erst seither ist es eine politisch selbständige Gemeinde. Ferlens besitzt keine eigene Kirche; es gehört zur Pfarrei Mézières.

Weblinks


- [http://www.ferlens.ch/ Offizielle Website der Gemeinde Ferlens (französisch)]
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D2558.html Artikel Ferlens (VD)] im Historischen Lexikon der Schweiz
- [http://www.swisscastles.ch/aviation/Vaud/ferlens.html Luftaufnahmen des Dorfes] Kategorie:Ort in der Schweiz Kategorie:Ort im Kanton Waadt Kategorie:Schweizer Gemeinde

Servion

Servion ist eine politische Gemeinde im Distrikt Oron des Kantons Waadt in der Schweiz.

Geographie

Servion liegt auf 752 m ü. M., 3.5 km westlich des Bezirkshauptortes Oron-la-Ville und 13 km nordöstlich von Lausanne (Luftlinie). Die Streusiedlungsgemeinde erstreckt sich auf einer Hochfläche und am Bach Carrouge östlich des Jorat, im Waadtländer Mittelland. Die Fläche des 4.2 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der Molassehöhen zwischen dem Jorat und dem Oberlauf der Broye. Der zentrale Teil des Gebietes wird von der breiten Talniederung des Baches Carrouge eingenommen. Im Nordosten schliessen die Hügel von Servion (bis 782 m ü. M.) an, und die östliche Grenze verläuft entlang des Parimbot, eines linken Seitenbachs der Broye. Nach Südwesten erstreckt sich der Gemeindeboden in das Waldgebiet Bois de Villars, in dem mit 855 m ü. M. der höchste Punkt von Servion erreicht wird. Im Süden reicht Servion bis auf die Höhe von Pra Donnabbé (722 m ü. M.). Von der Gemeindefläche entfielen 1997 15 % auf Siedlungen, 24 % auf Wald und Gehölze und 61 % auf Landwirtschaft. Zu Servion gehören mehrere Siedlungskerne entlang der Strassen, die das Gemeindegebiet queren, die Einfamilienhaussiedlung Chez Favet (765 m ü. M.) auf einem Hügel zwischen den Bächen Carrouge und Parimbot sowie einige Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Servion sind Essertes, Forel (Lavaux), Les Cullayes, Mézières und Ferlens im Kanton Waadt sowie Auboranges im Kanton Freiburg.

Bevölkerung

Mit 1048 Einwohnern (Ende 2004) gehört Servion zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 89.7 % französischsprachig, 4.0 % deutschsprachig und 2.0 % italienischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Servion belief sich 1900 auf 333 Einwohner. Danach wurde durch stetige Abwanderung bis 1960 eine Abnahme auf 198 Einwohner verzeichnet; seither stieg die Bevölkerungszahl wieder markant an und verfünffachte sich innerhalb von 40 Jahren.

Wirtschaft

Servion war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Heute haben der Ackerbau und die Viehzucht nur noch einen geringen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Zahlreiche weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und vor allem im Dienstleistungssektor vorhanden. Ein Gewerbegebiet entwickelte sich im Tal des Carrouge. Hier haben sich Unternehmen in den Bereichen Bau- und Transportgewerbe, Pneumatik, Elektronik und Feinmechanik niedergelassen. Durch den Bau zahlreicher Einfamilienhäuser in den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die vor allem in Lausanne arbeiten.

Attraktionen

Servion ist überregional bekannt wegen seiner beiden Touristenattraktionen, dem Zoo de Servion und dem Tropiquarium. Ferner befindet sich im Dorf das Théâtre Barnabé.

Verkehr

Die Gemeinde ist verkehrstechnisch recht gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstrasse von Moudon nach Vevey. Servion ist Endstation der Autobuslinie 65 der Transports publics de la région Lausannoise und damit direkt mit dem Zentrum der Kantonshauptstadt verbunden. Auch der Postautokurs, der auf der Strecke Mézières-Oron-la-Ville verkehrt, bedient das Dorf.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1141 unter dem Namen Salvion. Später erschienen zahlreiche weitere Bezeichnungen: Salviacum (im 12. Jahrhundert), Salvium (1147), Sarviacum (1155), Sarvion (1236) und Sarvyon (1291). Der Ortsname geht auf den gallorömischen Geschlechtsnamen Salvius zurück. Im Mittelalter gehörte Servion einer Adelsfamilie, welche den gleichen Namen trug. Auch die Zisterzienserabtei Haut-Crêt hatte Grundbesitz auf dem Gemeindegebiet. 1259 kam das Dorf als Lehen an Peter von Savoyen. Nach der Eroberung des Waadtlandes durch Bern gelangte Servion im Jahr 1557 an die bernische Landvogtei Oron. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte das Dorf von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Oron zugeteilt. Bis 1820 bildete Servion zusammen mit Ferlens eine einzige Gemeinde, erst nach der Abtrennung von Ferlens entstanden die heutigen Gemeindegrenzen. 1938 wurden auf dem Gemeindegebiet Probebohrungen nach Erdöl vorgenommen, die jedoch erfolglos blieben. Derzeit wird eine Studie über die Machbarkeit der Fusion von Servion mit den Nachbargemeinden Montpreveyres, Les Cullayes und Mézières durchgeführt.

Sehenswürdigkeiten

Die Kirche von Servion geht im Kern auf eine Kapelle von 1453 zurück; der Glockenturm wurde im 19. Jahrhundert hinzugefügt.

Weblinks


- [http://www.servion.ch/ Offizielle Website der Gemeinde Servion (französisch)]
- [http://www.swisscastles.ch/aviation/Vaud/Servion.html Luftaufnahmen des Dorfes]
- [http://www.zoo-servion.ch/ Zoo von Servion (französisch)]
- [http://www.barnabe.ch/ Théâtre Barnabé (französisch)] Kategorie:Ort in der Schweiz Kategorie:Ort im Kanton Waadt Kategorie:Schweizer Gemeinde

Les Cullayes

Les Cullayes ist eine politische Gemeinde im Distrikt Oron des Kantons Waadt in der Schweiz.

Geographie

Les Cullayes liegt auf 836 m ü. M., 11 km nordöstlich der Kantonshauptstadt Lausanne (Luftlinie). Die Streusiedlungsgemeinde erstreckt sich auf einer offenen Hochfläche, auf der Ostabdachung des Hochplateaus des Jorat, im Waadtländer Mittelland. Die Fläche des 2.1 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der Molassehöhen zwischen dem Jorat und dem Oberlauf der Broye. Die westliche Grenze bildet der leicht in die Molasseschichten eingetiefte Oberlauf Bressonne. Von hier erstreckt sich der Gemeindeboden ostwärts über die Rodungsinsel von Les Cullayes (auf der mit 838 m ü. M. der höchste Punkt der Gemeinde erreicht wird) und eine Talsenke bis zum Hügel Bois de Villars (bis 835 m ü. M.). Nach Nordosten reicht das Gebiet an den Rand der breiten Talniederung des Carrouge. Im Süden verläuft die Grenze entlang des Waldrandes des Bois du Grand Jorat. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 15 % auf Siedlungen, 9 % auf Wald und Gehölze und 76 % auf Landwirtschaft. Zu Les Cullayes gehören die Hofsiedlungen Le Bougnon (812 m ü. M.) nordwestlich und Les Moures (814 m ü. M.) östlich des Dorfes sowie mehrere Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Les Cullayes sind Mézières, Servion, Forel (Lavaux), Savigny und Montpreveyres.

Bevölkerung

Mit 655 Einwohnern (Ende 2003) gehört Les Cullayes zu den kleineren Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 88.7 % französischsprachig, 8.0 % deutschsprachig und 1.1 % portugiesischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Les Cullayes belief sich 1850 auf 264 Einwohner, 1900 auf 219 Einwohner. Danach wurde durch starke Abwanderung bis 1960 eine Abnahme auf 138 Einwohner verzeichnet. Seither erfolgte eine rasche Bevölkerungszunahme mit einer Verfünffachung der Einwohnerzahl innerhalb von 40 Jahren.

Wirtschaft

Les Cullayes war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Heute haben der Ackerbau und die Viehzucht nur noch einen geringen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In den letzten Jahren haben sich in Les Cullayes neue Unternehmen niedergelassen, darunter ein Betrieb für Klimaanlagen und ein Elektroinstallationsgeschäft. Durch den Bau von Einfamilienhäusern in den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die vor allem in Lausanne arbeiten.

Verkehr

Die Gemeinde liegt abseits grösserer Durchgangsstrassen, besitzt aber eine gute Verbindung zur Hauptstrasse 1 (Lausanne-Moudon). Durch einen Postautokurs, der von Montpreveyres nach Les Cullayes verkehrt, ist das Dorf an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1359 unter dem Namen Culaes. Im Dialekt (Patois) wurde lange auch die Form Les Ecoulayés verwendet. Im Mittelalter war Les Cullayes Teil der Herrschaft Vulliens; nach 1370 gehörte es zur Herrschaft Mézières. Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 gelangte das Dorf unter die Verwaltung der Landvogtei Moudon. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte Les Cullayes von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufgin