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Julien Offray De La Mettrie

Julien Offray de La Mettrie

Julien Offray de La Mettrie (
- 25. Dezember 1709 in Saint-Malo; † 11. November 1751 in Potsdam) war ein französischer Arzt und Philosoph.

Biographie

Der junge La Mettrie studiert Medizin und promoviert. Anschließend praktiziert er acht Jahre lang als Landarzt. 1742 zieht er in die französische Hauptstadt, wo er kritische Essays gegen die "Geldgier" der Ärzte publiziert, die nach kurzer Zeit von der Obrigkeit verboten werden. La Mettrie wird wegen seiner Religionsfeindlichkeit, die in seinem Werk "Histoire naturelle de l'âme" (1745) zum Ausdruck kommt, aus seiner Stellung als Militärarzt entlassen. Wegen seines Materialismus und Atheismus verfolgt, flieht er aus Frankreich und später aus den Niederlanden. 1748 gelangt nach Einladung Friedrichs II. an dessen Hof nach Schloss Sanssouci. Hier trifft er u.a. auf Voltaire. Er wird formal Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, kann aber auch hier nicht wirklich frei publizieren. Als Zumutung empfindet er es, im Alter von 39 Jahren "kriechen lernen" zu sollen. Sein Wunsch, nach Frankreich zurückzukehren, lässt sich ohne gravierende Gefahr für Leib und Leben indes nicht erfüllen und er stirbt 1751, wahrscheinlich an einer Lebensmittelvergiftung.

Werk und Bedeutung

La Mettrie gilt insbesondere mit seiner Schrift "L'homme machine" (Der Mensch eine Maschine, 1748) als wichtiger Denker in der Geschichte des Materialismus, wenngleich die oft allein aus diesem Titel geschlussfolgerte philosophische Position eines mechanistischen Materialismus nicht zutreffend ist. Unter Berufung auf Descartes entwickelt La Mettrie einen streng erfahrungsorientierten Materialismus, der jegliche metaphysische Vorannahmen oder Ergänzungen ausschließt. So bestimmt er die Seele (als einem zentralen Streitgegenstand der Vor- und Frühaufklärung) als Ausfluss komplexer Körperfunktionen, die folgerichtig nicht nur durch deren individuelle Wandlungen (z.B. durch körperliche Funktionsstörungen oder durch Lernen) beeinflussbar ist, sondern somit auch als Ergebnis einer biologischen Entwicklung erscheint. La Mettrie wehrt sich gegen voreilige systematische Schließungen des philosophischen Systems der Aufklärung, was ihm neben der Verfolgung durch Kirche und Zensur auch die Verachtung der prominenten französischen Aufklärer einträgt. In zahlreichen medizinischen und philosophischen Schriften polemisiert und argumentiert er insbesondere gegen den eingebildeten Stand der Ärzte sowie gegen allzu mathematisch-rationalistische Variationen der Vernunft. Dem setzt er eine individualistisch anmutende Bejahung der Sinnesfreuden, eine Kritik der überkommenen gesellschaftlichen Moral entgegen. Gerade dadurch zieht er sich die Feindschaft auch der französischen Aufklärer (Voltaire, Diderot, Holbach) zu, die ihn über Jahrzehnte totschweigen, dann "aus der Gruppe der philosophes ausschliessen" (Diderot 1782). Siehe auch: Aufklärung, Epikureismus, Materialismus, Friedrich II. (Preußen), Voltaire

Weblinks


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- [http://staff-www.uni-marburg.de/~hueningd/LaMettrie.htm ausführliche Bibliographie zu La Mettrie und Holbach]
- [http://www.lsr-projekt.de/lm.html La Mettrie im "LSR-Projekt"]
- [http://www.lsr-projekt.de/lmsex.html La Mettrie und die Kunst, Wo(h)llust zu empfinden] Übersichtsartikel von Bernd A. Laska
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/gallica/Chronologie/18siecle/LaMettrie/met_intr.html La Mettrie in der Bibliotheca Augustana]
- [http://www.wdr5.de/sendungen/das_philosophische_radio/245468.phtml Seine Beiträge zur Philospophie der Liebe] La Mettrie, Julien Offray de La Mettrie, Julien Offray de La Mettrie, Julien Offray de La Mettrie, Julien Offray de La Mettrie, Julien Offray de ja:ラ・メトリー ko:쥘리앵 오프루아 드 라메트리

25. Dezember

Der 25. Dezember ist der 359. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 360. in Schaltjahren) - somit bleiben 6 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 800 - Karl der Große wird in Rom von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt. Beginn des Heiligen Römischen Reiches
- 983 - Otto III. wird in Aachen zum deutschen König gekrönt
- 1066 - Wilhelm I., "der Eroberer", wird in der Londoner Westminster Abbey zum König von England gekrönt.
- 1495 - Die Spanier unterwerfen die Guanchen, Ureinwohner der Kanarischen Inseln.
- 1683 - Kara Mustafa, Großwesir im Osmanischen Reich und Oberbefehlshaber bei der gescheiterten Zweiten Belagerung von Wien.
- 1952 - Der Nordwestdeutsche Rundfunk nimmt den regelmäßigen Fernseh-Sendebetrieb auf.
- 1978 - Vietnamesische Truppen marschieren in Kambodscha ein, um Pol Pot zu vertreiben.
- 1991 - Mit der Auflösung der Sowjetunion tritt auch Michail Gorbatschow von seinem Posten als deren Präsident zurück. Gleichzeitig gewinnt Georgien seine staatliche Souveränität.
- 1998 - Kambodscha. Khieu Samphan und Nuon Chea, zwei ehemalige Führer der Roten Khmer ergeben sich.

Kultur


- 1818 - In der Kirche St. Nikolaus in Oberndorf bei Salzburg wird in der Weihnachtsmesse erstmals das Lied: "Stille Nacht, heilige Nacht" von Franz Xaver Gruber gesungen.
- 1902 - Uraufführung der Oper Der unsterbliche Kaschtschej (Orig.: Kaschtschej Bessmertny) von Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow an der Solodownikow-Privatoper in Moskau.
- 1927 - Uraufführung der Operette Die blonde Liselott von Eduard Künneke in Altenburg.
- 1953 - Uraufführung der Oper Sevil von Fikrät Ämirov in Baku
- 1978 - Uraufführung der Oper Der Engel von Prag von Cesar Bresgen am Festspielhaus Salzburg

Religion


- 498 - Chlodwig I., König der Merowinger, lässt sich taufen.

Katastrophen


- 1932 - Erdbeben der Stärke 7,6 in Gansu, Volksrepublik China, etwa 70.000 Tote
- 1976 - Bangkok, Thailand. Absturz einer Boeing 707 der Egypt Air beim Landeanflug etwa 2 km vor der Landebahn in ein Industriegebiet. Alle 53 Menschen an Bord starben, ebenfalls 19 Personen aus dem Industriegebiet.
- 1986 - Saudi Arabien. Eine Boeing 737 der Iraqi Airlines mit einer Schießerei an Bord zwischen Entführern und Sicherheitspersonal versucht eine Notlandung. 71 Menschen starben, 36 konnten gerettet werden.

Geboren


- 1424 - Margarethe von Schottland, Tochter von Jakob I. (Schottland), Ehefrau von Ludwig XI. (Frankreich)
- 1564 - Abraham Bloemaert, niederländischer Maler
- 1595 - Johann Konrad Varnbüler, württembergischer Politiker und Diplomat
- 1601 - Ernst I. von Sachsen-Gotha, Sohn von Herzog Johann III. von Sachsen-Weimar
- 1616 - Christian Hofmann von Hofmannswaldau, deutsch-schlesischer Lyriker und Epigrammatiker, Politiker und Diplomat
- 1697 - Marie Anne du Deffand, französische Salondame
- 1700 - Leopold II. (Anhalt-Dessau), Fürst des Kleinstaats Anhalt-Dessau und preußischer General
- 1709 - Julien Offray de La Mettrie, französischer Arzt und Philosoph
- 1711 - Jean Cassanéa de Mondonville, französischer Violinvirtuose und Komponist
- 1720 - Anna Maria Mozart, Mutter von Wolfgang Amadeus Mozart
- 1721 - William Collins (Dichter), englischer Dichter.
- 1728 - Johann Adam Hiller, deutscher Komponist, Musikschriftsteller und Kapellmeister
- 1742 - Charlotte von Stein, Freundin von Johann Wolfgang von Goethe
- 1764 - Ferdinand August von Spiegel, Erzbischof von Köln
- 1771 - Charles Athanasie Walckenaer, französischer Staatsbeamter und Wissenschaftler
- 1785 - Christian Gottlob Wild, Pfarrer und Begründer der Mundartdichtung des Erzgebirges
- 1789 - August von Goethe, Sohn von Johann Wolfgang von Goethe
- 1799 - Manuel Bulnes Prieto, chilenischer Politiker und General
- 1811 - Wilhelm Emmanuel von Ketteler, Bischof von Mainz
- 1812 - Francis de la Porte, comte de Castelnau, französischer Naturforscher und Forschungsreisender
- 1813 - Friedrich Wilhelm Weber, deutscher Epiker
- 1820 - Edouard Imer, französischer Maler
- 1821 - Clara Barton, Gründerin des US-amerikanischen Roten Kreuzes
- 1827 - Friedrich Wilhelm Grimme, deutscher Schriftsteller, Heimatdichter und Botaniker
- 1828 - Felix Prinz zu Salm-Salm, preußischer Major, amerikanischer und mexikanischer Oberst
- 1831 - Johann von Herbeck, österreichischer Dirigent und Komponist
- 1837 - Cosima Wagner, Komponistengattin, Festspielleiterin, Tagebuchschreiberin
- 1840 - Agnes Leclerq Joy, Amerikanerin, Zirkusreiterin, Schauspielerin, Krankenschwester
- 1847 - William Anthony Shinkman, US-amerikanischer Schachproblemkomponist
- 1849 - Nogi Maresuke, General in der kaiserlichen Armee Japans
- 1850 - Wilhelm Viëtor, deutscher Sprachwissenschaftler und Neuphilologe
- 1851 - Hermann Frasch, deutsch-US-amerikanischer Chemiker und Technologe
- 1856 - Hans von Bartels, deutscher Maler
- 1859 - Ludwig von Estorff, General der Infanterie im Deutschen Kaiserreich
- 1863 - Charles Pathe, französischer Filmpionier
- 1864 - Hermann Baum, Anatom
- 1866 - Max Wien, deutscher Physiker
- 1867 - Alfred Kerr, deutscher Schriftsteller, Theaterkritiker und Journalist
- 1867 - Ali Jinnah, Politiker in Britisch-Indien, gilt als Gründer des Staates Pakistan
- 1868 - La Belle Otéro, Revue-Tänzerin, Sängerin
- 1869 - Karl von Collas, Ungar deutscher Abstammung, ungarischer Unter-Staatssekretär
- 1875 - Theodor Innitzer, Erzbischof und Kardinal in Wien
- 1876 - Adolf Otto Reinhold Windaus, deutscher Chemiker
- 1877 - Emil Adamič, slowenischer Komponist
- 1878 - Louis Chevrolet, US-amerikanischer Autobauer
- 1879 - Igo Etrich, österreichischer Pilot und Flugzeugkonstrukteur
- 1881 - Christian Hülsmeyer, deutscher Erfinder des Radars und Unternehmer
- 1881 - John Dill, britischer Feldmarschall
- 1883 - Samuel Hugo Bergman, Philosoph
- 1883 - Walter Friedrich, deutscher Biophysiker
- 1885 - Albert Betz, deutscher Physiker und Pionier der Windkrafttechnik
- 1885 - Hermann Dieckmann, deutscher Politiker
- 1885 - Maria Kühne, deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus
- 1886 - Franz Rosenzweig, deutscher Historiker und Philosoph
- 1887 - Conrad Hilton, US-amerikanischer Hotelier
- 1888 - Bodewin Keitel, deutscher General
- 1889 - Hermann Conrad, deutscher Heimatforscher
- 1889 - Kid Ory, US-amerikanischer Musiker
- 1890 - Robert Ripley, US-amerikanischer Comiczeichner und Weltreisender
- 1892 - Otto Nebel, deutscher Maler, Dichter und Schauspieler
- 1892 - Rebecca West, irische Schriftstellerin
- 1899 - Humphrey Bogart, US-amerikanischer Filmschauspieler
- 1900 - Antoni Zygmund, US-amerikanischer Mathematiker
- 1900 - Jan Filip, Archäologe
- 1901 - Alice Herzogin von Gloucester, Tante von Königin Elisabeth II.
- 1901 - Eduard Bargheer, Maler
- 1901 - Milada Horáková, tschechoslowakische Frauenrechtlerin
- 1902 - Georg Dertinger, Minister für Auswärtige Angelegenheiten der DDR
- 1902 - Tassilo Tröscher, deutscher Politiker und hessischer Minister
- 1904 - Gerhard Herzberg, deutscher Chemiker und Physiker
- 1905 - Anton Ackermann, SED-Funktionär und Kandidat des Politbüros des ZK der SED
- 1905 - Sergio Guerri, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1906 - Ernst Ruska, deutscher Erfinder des Elektronenmikroskops und Nobelpreisträger
- 1907 - Cab Calloway, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1909 - Oldřich Nejedlý, tschechoslowakischer Fußballspieler
- 1911 - Louise Bourgeois, französische Malerin und Bildhauerin
- 1913 - Henri Nannen, deutscher Verleger und Publizist
- 1913 - Tony Martin, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Schauspieler
- 1915 - Per Hækkerup, dänischer sozialdemokratischer Politiker
- 1916 - Ahmed Ben Bella, algerischer Politiker und ehemaliger Staatschef
- 1918 - Anwar as-Sadat, ägyptischer Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger
- 1918 - Dirk Helms, deutscher Freiwirtschaftler
- 1921 - Walter Than, deutscher Tischtennisspieler
- 1923 - René Girard, Sprach- und Literaturwissenschaftler
- 1924 - Alexander Loulakis, Schellackplattensammler
- 1924 - Atal Bihari Vajpayee, indischer Premierminister
- 1924 - Moktar Ould Daddah, ehemaliger Präsident von Mauretanien
- 1924 - Rod Serling, US-amerikanischer Drehbuch-Autor und Produzent
- 1925 - Carlos Castaneda, südamerikanischer Schriftsteller
- 1925 - Jürgen Roland, deutscher Regisseur und Drehbuchautor ("Stahlnetz")
- 1925 - Ossi Reichert, Skirennläuferin, Olympiasiegerin im Riesenslalom
- 1927 - Alan King, Schauspieler
- 1927 - Gerhard Holtz-Baumert, deutscher Schriftsteller
- 1927 - Rudi Georgi, Wirtschaftsfunktionär der DDR
- 1928 - Christian Geissler, deutscher Schriftsteller
- 1928 - Heinrich Poos, deutscher Komponist
- 1929 - Billy Horton, US-amerikanischer Sänger
- 1929 - Chris Kenner, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1931 - Konrad Löw, deutscher Jurist und Politologe
- 1933 - Joachim Meisner, deutscher Kardinal und Erzbischof von Köln
- 1935 - Albín Brunovský, slowakischer Grafiker und Maler
- 1935 - Jonathan Beckwith, US-amerikanischer Biochemiker, Mikrobiologe und Genetiker
- 1935 - Little Richard, US-amerikanischer Sänger
- 1936 - Ismail Merchant, indisch-britischer Filmproduzent
- 1937 - Ernst Röhl, deutscher Satiriker und Kabarettist
- 1937 - Maung Aye, Vize-Staatschef von Myanmar
- 1937 - O'Kelly Isley, US-amerikanische Sängerin
- 1939 - Bob James, US-amerikanischer Komponist und Musiker
- 1940 - Pete Brown, britischer Songschreiber
- 1941 - Don Pullen, US-amerikanischer Jazzpianist
- 1941 - Lex Hixon, US-amerikanischer Poet, Philosoph und spiritueller Lehrer
- 1943 - Hanna Schygulla, deutsche Schauspielerin
- 1943 - Trevor Luvas, australischer Musiker und Sänger
- 1943 - William Bowrey, ehemaliger australischer Tennisspieler
- 1944 - Henry Vestine, US-amerikanischer Musiker
- 1944 - Jairzinho, brasilianischer Fußballspieler und Trainer|-trainer
- 1945 - Hector Ruiz, Präsident und CEO des US-Chipherstellers AMD
- 1945 - Noel Redding, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1945 - Rick Berman, US-amerikanischer Filmproduzent
- 1946 - Jimmy Buffett, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1946 - Tina Rainford, deutsche Schlagersängerin
- 1947 - Antje Blumenthal, deutsche Politikerin und MdB
- 1948 - Barbara Mandrell, US-amerikanische Country-Sängerin
- 1948 - Noël Mamère, französischer Politiker
- 1949 - Joe Louis Walker, US-amerikanischer Blues-Gitarrist
- 1949 - Sissy Spacek, US-amerikanische Schauspielerin
- 1950 - Karl Rove, Parteistratege und Spin Doctor
- 1952 - Christine Lehder, deutsche Politikerin
- 1952 - Desireless, französische Sängerin
- 1953 - Jürgen Röber, ehemaliger deutscher Fußballspieler und jetziger Trainer
- 1954 - Annie Lennox, britische Sängerin und Songschreiberin
- 1954 - Robert Campbell, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber (UB40)
- 1954 - Steve Wariner, US-amerikanischer Country-Musiker und Songwriter
- 1955 - Ingrid Schmidt, Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts
- 1956 - Stefan Grüttner, deutscher Politiker
- 1957 - Shane MacGowan, irischer Musiker
- 1958 - Douglas Wolfsperger, Regisseur
- 1961 - Eva Herzog, Schweizer Politikerin
- 1961 - Ingrid Betancourt, kolumbianische Politikerin
- 1962 - Arnold Jonke, österreichischer Ruderer
- 1962 - Fennesz, österreichischer Musiker
- 1962 - Francis Dunnery, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1967 - Jason Thirsk, Ex-Bassist der US-amerikanischen Band Pennywise
- 1968 - Helena Christensen, dänisches Topmodel
- 1971 - Dido Armstrong, britische Popsängerin
- 1972 - Josh Freese, Schlagzeuger
- 1972 - Qu Yunxia, chinesische Leichtathletin und Olympionikin
- 1973 - Nova Meierhenrich, deutsche Moderatorin und Schauspielerin
- 1976 - Armin van Buuren, Trance-DJ und -Produzent
- 1978 - Jasmin Gerat, Schauspielerin
- 1979 - Bettina Rausch, österreichische Politikerin
- 1981 - Mario Santana, argentinischer Fußballnationalspieler
- 1990 - Marie Luise Stahl, deutsche Jung-Schauspielerin

Gestorben


- 1513 - Johann Amerbach, Basler Drucker und Verleger
- 1842 - Friedrich Dionys Weber, böhmischer Komponist
- 1845 - Wilhelm Friedrich Ernst Bach, deutscher Komponist
- 1853 - Joseph von Radowitz, preußischer General, Politiker und Diplomat
- 1861 - Natale Abbadia, italienischer Komponist und Gesangslehrer
- 1862 - Adolph Kullak, deutscher Pianist und Musikschriftsteller
- 1880 - Fridolin Anderwert, schweizer Politiker und Bundesrat
- 1914 - Bernhard Stavenhagen, deutscher Komponist
- 1926 - Yoshihito, 123. Tennō (Kaiser) von Japan
- 1938 - Karel Čapek, tschechischer Schriftsteller
- 1938 - Theodor Fischer, deutscher Architekt und Stadtplaner
- 1954 - Johnny Ace, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1956 - Robert Walser, schweizer Schriftsteller
- 1957 - Käthe Dorsch, deutsche Schauspielerin
- 1961 - Anton Flettner, deutscher Ingenieur und Wissenschaftler
- 1963 - Kazys Viktoras Banaitis, litauischer Komponist
- 1977 - Charlie Chaplin, britischer Filmregisseur und Schauspieler
- 1978 - Alfred Wickenburg, österreichischer Maler und Grafiker
- 1979 - Lee Bowman, US-amerikanischer Schauspieler
- 1983 - Joan Miró, spanischer Künstler (Surrealismus)
- 1986 - Frederick Ledebur, österreichischer Schauspieler
- 1989 - Nicolae Ceauşescu, rumänischer Diktator
- 1989 - Elena Ceauşescu, Ehefrau von Nicoale Ceausescu
- 1991 - Curt Bois, deutscher Schauspieler
- 1993 - Blandine Ebinger, deutsche Sängerin und Schauspielerin
- 1995 - Ferdinand Eckhardt, österreichischer Kunsthistoriker
- 1995 - Emmanuel Lévinas, jüdisch-französischer Philosoph
- 1995 - Dean Martin, US-amerikanischer Entertainer
- 1997 - Giorgio Strehler, italienischer Theaterregisseur
- 2000 - Wilhelm Willms, deutscher Schriftsteller
- 2004 - Gennadi Strekalow, sowjetischer Kosmonaut

Feier- und Gedenktage


- Weihnachten

Siehe auch


- 24. Dezember - 26. Dezember
- 25. November - 25. Januar
- Dezember - Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 1225 ja:12月25日 ko:12월 25일 simple:December 25

Saint-Malo

Saint-Malo ist eine Stadt in der Bretagne im Nordwesten Frankreichs im Département Ille-et-Vilaine. Sie ist berühmt wegen ihres historischen Stadtkerns und ihren Festungsanlagen, deswegen ist sie einer der meistbesuchten Touristenorte Frankreichs. Ille-et-Vilaine Ille-et-Vilaine

Geographische Lage

Saint-Malo () liegt an der Smaragdküste (Côte d'Émeraude) im Norden der Bretagne an der Mündung des Flusses Rance, gegenüber dem Badeort Dinard. Der historische Stadtkern "intra muros" macht etwa 20% der Gesamtfläche der Stadt aus und wird von drei Seiten vom Wasser umspült. In der Bucht von Saint-Malo kann man die größten Gezeitenunterschiede Europas bestaunen: bis 12m Differenz zwischen Ebbe und Flut. Drei der vorgelagerten Inseln Grand Bé, Petit Bé sowie das Fort National (Festungsbau durch Vauban 1689) sind daher bei Ebbe zu Fuß erreichbar. In der Flussmündung befindet sich das größte Gezeitenkraftwerk der Welt.

Geschichte

Ursprung der Stadt, die laut Tourismuswerbung auf eine "ruhmreiche Vergangenheit" zurückblickt, war die gallo-römische Siedlung Aleth, die auf einer Halbinsel, dem heutigen Stadtteil St. Servan vorgelagert war. Lange schützte die strategisch günstige Lage die Bewohner vor Eindringlingen. Im 6. Jahrhundert begann der walisische Mönch Maklou, dessen Name im Französischen zu Malo wurde, mit der Missionierung der Einwohner. Allmählich begann die Siedlung zu wachsen und sich auf das benachbarte Festland auszudehnen. Der Schutzheilige und damit Namensgeber des neuen Stadtteiles wurde der Heilige Servan. Im 12.Jh. verstärkte sich der Druck auf die Siedlung durch Überfälle der Normannen immer mehr. Die nördlich gelegene Insel, heute "Intra muros", schien den nötigen Schutz zu bieten. 1142 siedelte auch der Bischof auf die Insel und errichtete dort einen Dom. In den folgenden Jahren begann der Bau einer mächtigen Wehrmauer, die der Stadt, jetzt Saint-Malo genannt, lange Zeit Sicherheit und Unabhängigkeit bot. Seine Blütezeit erreichte Saint-Malo im 16. Jahrhundert. Durch Fischfang und Handel erlangte Saint-Malo Wohlstand. 1590 wurde gar eine eigene Republik ausgerufen. Gefürchtet war Saint-Malo bei holländischen und englischen Handelsschiffen, war die Stadt doch die Heimat wilder Korsaren, allen voran Robert Surcouf, der mit seinem schnellen und wendigen Schiff "Renard" (Fuchs) auf Beutezug ging. Er war dabei so erfolgreich, dass er sich mit 35 Jahren zur Ruhe setzen konnte. Im August 1944, nach der Landung der Alliierten in der Normandie, wurde Saint-Malo zu etwa 75% durch einen Brand zerstört. Im Gegensatz zu anderen stark zerstörten Städten bemühte sich Saint-Malo aber um einen möglichst originalgetreuen Wiederaufbau, der auch sehr gut gelang. Man stützte sich dazu auf alte Pläne und Abbildungen der Stadt.

Saint-Malo heute

Heute hat Saint-Malo ca. 52700 Einwohner und ist neben einem Touristenort auch ein wichtiges Industriezentrum. Die Industriebetriebe befinden sich aber alle "extra muros". Im Wappen der Stadt befindet sich ein Hermelin, das mit dem Armenmantel über das Stadttor geht, sowie der Wahlspruch der Stadt "semper fidelis" (immer treu). Da die Einwohner von Saint-Malo sehr stolz auf ihre Stadt sind, lautet ihr Leitspruch: "ni français, ni breton, malouin je suis" (weder Franzose, noch Bretone, Einwohner von Saint-Malo bin ich).

Söhne und Töchter der Stadt


- Jacques Cartier, (1491-1557), der 1534 Kanada entdeckte.
- René Duguay-Trouin, (1673-1736), Korsar und Freibeuter.
- Martin Fourichon, französischer Admiral und Marineminister
- Pierre Louis Maupertuis, (1698-1759), Mathematiker und Astronom.
- Bertrand François Mahé de La Bourdonnais, (1699-1753), Seefahrer und Admiral.
- Marc-Joseph Marion du Fresne, (1724-1773), französischer Entdecker
- Julien Offray de La Mettrie, französischer Arzt und Philosoph
- Pierre-Louis Moreau de Maupertuis, Mathematiker, Astronom und Philosoph, der das Prinzip der kleinsten Wirkung entdeckte
- Robert Surcouf, (1773-1827) Korsar in Diensten Napoleons.
- François-René de Chateaubriand, (1768-1848) Politiker und Dichter. Sein Grab befindet sich auf der vorgelagerten Insel Grand Bé.

Weblinks


- [http://terraserver.com/imagery/image_gx.asp?cpx=-2&cpy=48.6333333333333&res=30&provider_id=340 terraserver.com] Satellitenbild
- [http://www.viamichelin.com/viamichelin/deu/dyn/controller/mapPerformPage?expressMap=false&act=&pim=true&strAddress=&strCP=&strLocation=saint+malo&strCountry=1424&productId=&x=20&y=10 viamichelin.com] Karte
- [http://www.saintmalo.de/ saintmalo.de] Informationen über Saint Malo Kategorie:Ort in der Bretagne

1751

Ereignisse


- 24. April: In Endingen am Kaiserstuhl wird Anna Trutt nach einem der letzten Hexenprozesse in Europa auf dem Scheiterhaufen verbrannt

Kultur


- 9. Februar: Uraufführung der Oper Ifigenia in Aulide von Niccolò Jommelli am Teatro Apollo in Rom

Geboren


- 12. Januar: Jakob Michael Reinhold Lenz, deutscher Schriftsteller des Sturm und Drang († 1792)
- 12. Januar: Ferdinand IV. (Neapel), König von Neapel, König beider Sizilien († 1825)
- 14. Januar: Corona Schröter, Sängerin und Schauspielerin († 1802)
- 23. Januar: Jakob Michael Reinhold Lenz, deutscher Schriftsteller († 1792)
- 28. Januar: Georg Adolf Suckow, Naturwissenschaftler († 1813)
- 28. Januar: Georg Heinrich Sieveking, Unternehmer, Aufklärer († 1799)
- 15. Februar: Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Maler († 1829)
- 20. Februar: Johann Heinrich Voß, deutscher Dichter und Übersetzer berühmter Klassiker († 1826)
- 23. Februar: Henry Dearborn, US-amerikanischer Arzt, Politiker und Offizier († 1829)
- 2. März: Thomas Blaikie, schottischer Gartenarchitekt († 1838)
- 3. März: Pierre Prévost, französisch-schweizer Philosoph und Physiker († 1839)
- 16. März: James Madison, US-amerikanischer Politiker, 4. Präsident der USA (1809–1817) († 1836)
- 17. März: Andreas Dahl, schwedischer Botaniker († 1789)
- 3. April: Jean-Baptiste Lemoyne, französischer Komponist des 18. Jahrhunderts († 1796)
- 24. Mai: Carlo Emanuele IV., König von Piemont-Sardinien und Herzog von Savoyen († 1819)
- 11. Juli: Caroline Mathilde von Großbritannien, Königin von Dänemark von 1767 bis 1772 († 1775)
- 30. Juli: Maria Anna Mozart, Schwester von Wolfgang Amadeus Mozart († 1829)
- 6. August: Karl Ludwig Nitzsch, deutscher Theologe († 1831)
- 9. September: Emanuel Schikaneder, Schauspieler, Regisseur und Theaterdirektor († 1812)
- 10. September: Bartolomeo Campagnoli, italienischer Violinist, Komponist und Dirigent († 1827)
- 30. September: Johann Georg Bach, Sohn von Johann Ernst Bach († 1797)
- 16. Oktober: Friederike von Hessen-Darmstadt, Frau von König Friedrich Wilhelm II. (Preußen) († 1805)
- 20. Oktober: Urs Glutz von Blotzheim, Schweizer Offizier und Politiker. († 1816)
- 22. Oktober: Nathanael Gottfried Leske, Naturforscher und Geologe († 1786)
- 28. Oktober: Dmytro Bortnjanskyj, ukrainischer Komponist († 1825)
- 30. Oktober: Richard Brinsley Sheridan, Irischer Dramatiker und Politiker († 1816)
- 8. Dezember: Heinrich Friedrich Füger, deutscher Maler († 1818)
- 10. Dezember: George Shaw, Botaniker, Zoologe († 1813)
- 21. Dezember: Konrad Wilhelm Ledderhose, deutscher Jurist († 1812)
- 26. Dezember: Klemens Maria Hofbauer, Prediger, Mitglied des Ordens der Redemptoristen († 1820)

Gestorben


- 17. Januar: Tomaso Albinoni, italienischer Komponist und Geiger (
- 1671)
- 20. März: Friedrich Ludwig, Prinz von Wales (
- 1707)
- 21. März: Johann Heinrich Zedler, Buchhändler und Verleger in Leipzig (
- 1706)
- 5. April: Friedrich I. (Schweden), König von Schweden von 1719 bis 1751 (
- 1676)
- 12. April: Sigismund Graf von Kollonitz, Erzbischof der Erzdiözese Wien und Kardinal (
- 1677)
- 11. Mai: Peter Graf von Lacy, Generalfeldmarschall (
- 1678)
- 18. September: Leopoldo Retti, italienischer Architekt (
- 1704)
- 11. November: Julien Offray de La Mettrie, französischer Arzt und Philosoph (
- 1709)
- 18. November: Abraham Vater, Mediziner und Philosoph(
- 1684)
- 16. Dezember: Leopold II. (Anhalt-Dessau), Fürst von Anhalt-Dessau und preußischer General. (
-  1700)
- 18. Dezember: Kilian Ignaz Dientzenhofer, Baumeister des böhmischen Barock (
- 1689)
- 28. Dezember: Erich Philipp Ploennies, Mathematiker und Kartograph (
- 1672)
- François Robichon de la Guérinière, Erfinder der modernen Reitkunst (
- 1688) ko:1751년

Potsdam

Potsdam ist als Landeshauptstadt des Bundeslandes Brandenburg eine Kreisfreie Stadt, die in ihrem Nordosten unmittelbar an die Bundeshauptstadt Berlin angrenzt (Entfernung zur Berliner Innenstadt etwa 26 km). Potsdam gehört zur Europäischen Metropolregion Berlin/Brandenburg. Als einwohnerstärkste Stadt Brandenburgs ist sie eines der vier Oberzentren dieses Bundeslandes. Die Einwohnerzahl der Stadt Potsdam überschritt 1939 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Exonyme für "Potsdam" gibt es in der polnischen Sprache mit "Poczdam", und in der tschechischen mit "Postupim".

Geografie

Exonym Potsdam liegt südwestlich von Berlin am Mittellauf der Havel, in einer eiszeitlich geprägten Wald-Seen-Landschaft, die durch den Wechsel von breiten Talniederungen und Moränenhügeln, wie dem die Stadt südlich flankierenden Saarmunder Endmoränenbogen charakterisiert ist. Die Havel fließt am Strandbad Babelsberg bei 29,4 m über Normalnull. Der Teltowkanal und die Nuthe münden im Stadtgebiet in die Havel. Nuthe Weitere Gewässer sind Griebnitzsee, Templiner See, Vorderkappe, Hinterkappe, Neustädter Havelbucht, Tiefer See, Jungfernsee, Lehnitzsee, Krampnitzsee, Weißer See, Sacrow-Paretzer-Kanal, Teltowkanal, Glienicker Laake, Heiliger See, Groß Glienicker See, Sacrower See, Fahrlander See, Wublitz, Großer Zernsee, Schlänitzsee, Schäfersee, Aradosee, Teufelssee und Hirtenteich. Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der Kleine Ravensberg mit 114,2 m ü. NN. Die tiefste Stelle ist der mittlere Wasserspiegel der Havelgewässer mit 29 m NN. In der deutschen Kartografie und Geodäsie ist das Potsdam Datum der Zentralpunkt für das Bessel-Ellipsoid des Gauß-Krüger-Koordinatensystems.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Landeshauptstadt Potsdam. Sie werden nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten benannt: Berlin sowie Kleinmachnow, Stahnsdorf, Nuthetal, Michendorf, Schwielowsee und Werder (Havel) (alle Landkreis Potsdam-Mittelmark) sowie Ketzin, Wustermark und Dallgow-Döberitz (alle Landkreis Havelland).

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Potsdams besteht nach § 3 der Hauptsatzung aus den Wohngebieten Potsdam, Babelsberg, Bornim, Bornstedt, Drewitz, Nedlitz und Sacrow, die sich ihrerseits teilweise weiter untergliedern, sowie aus neun Ortsteilen im Sinne von § 54 der Gemeindeordnung für Brandenburg. Dabei handelt es sich um ehemals selbständige Gemeinden, die zum Großteil erst am 26. Oktober 2003 in die Stadt Potsdam eingegliedert wurden und seither einen eigenen, von der Bevölkerung gewählten Ortsbeirat mit einem Ortsbürgermeister als Vorsitzenden haben. Die Ortsbeiräte haben je nach Einwohnerzahl des Ortsteil zwischen 3 und 9 Mitglieder. Sie sind zu wichtigen, den Ortsteil betreffenden Angelegenheiten zu hören.

Geschichte

Ortsbeirat

Entwicklung der Stadt Potsdam

Im 7. Jahrhundert errichtete der slawische Stamm der Heveller gegenüber der Einmündung der Nuthe eine Burganlage an der Havel. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte in einer Schenkungsurkunde von 993 ("Poztupimi").

Mittelalter

Mitte 12. Jh. wurde am Havelübergang, etwa 700 m von der slawischen Burg entfernt, eine deutsche Burg (steinerne Turmburg) erbaut, neben der sich eine kleine Dienstsiedlung entwickelte. Die slawische Burg blieb daneben als Siedlung erhalten. 1304 wurde Potsdam erstmals als Stedeken („Städtlein“) und 1317 als Burg und Städtlein erwähnt. 1345 erhielt Potsdam das Stadtrecht und blieb lange Zeit ein unbedeutender kleiner städtischer Marktflecken, für den noch 1573 nur 2000 Einwohner und 192 Häuser angegeben werden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) lagen 1660 von den 198 Häusern 119 wüst und es waren nur noch 700 Menschen in der Stadt. Dreißigjährigen Krieg]

Neuzeit

Mit dem kurmärkischen Landtag 1653, auf dem der Kurfürst die Macht des Landadels einschränkte, begann die absolutistische Zeit in Brandenburg. Erst mit dem Ausbau des aus der Burg im 16. Jahrhundert entstandenen Stadtschlosses ab 1660 durch Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg entstand ein Entwicklungsschub. Das Stadtschloss, zunächst als Jagdschloss ausgebaut, wurde später als Sommersitz der preußischen Königsfamilie genutzt. Die Stadt wurde ein wichtiger Garnisonsort des preußischen Heeres. Damit verbunden war auch die Ansiedlung verschiedener, für das Militär wichtiger Handwerker. Das führte zu einer starken Anwachsen der Einwohnerzahl (die Soldaten eingerechnet) und erforderte den Neubau neuer Wohnquartiere (Erste und Zweite Stadterweiterung). König Friedrich II. (der Große) ließ ab 1745 außerhalb der damaligen Stadt das Schloss Sanssouci auf einem künstlichem Weinberg mit großem Schlosspark und weiteren Bauten errichten. Im 19. Jahrhundert siedelten sich auch viele Regierungsbeamte in Potsdam an. Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus fand am 21. März 1933 der "Tag von Potsdam" statt, ein Staatsakt in der Potsdamer Garnisonkirche, bei dem der greise Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler die Hand drückte. Dies wurde als symbolische Geste für ein Bündnis von Militär (Reichswehr) und Nationalsozialismus verstanden. Das Stadtzentrum von Potsdam wurde in der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges am 14. April 1945 durch einen alliierten Bombenangriff schwer beschädigt. Am 30. April 1945 wurde Potsdam durch die Rote Armee eingenommen. Im Schloss Cecilienhof, dem Wohnsitz des letzten deutschen Kronprinzen, fand vom 17. Juli bis 2. August 1945 die Potsdamer Konferenz der Siegermächte USA (Harry S. Truman), Großbritannien (zunächst Winston Churchill, später Clement Richard Attlee) und Sowjetunion (Stalin) statt, die mit dem Potsdamer Abkommen beendet wurde. In der DDR wurde Potsdam zum Sitz des Bezirkes Potsdam. Mit (Wieder-)Gründung des Landes Brandenburg wurde die Stadt dessen Hauptstadt. Es existieren seither verschiedene Initiativen zur Rekonstruktion einiger zerstörter Gebäude der Innenstadt, so beispielsweise der Garnisonkirche oder des Stadtschlosses.

Eingemeindungen

Das Stadtgebiet Potsdams war bis Ende des 19. Jahrhunderts recht klein. Durch das Anwachsen der Bebauung musste das Stadtgebiet mehrmals erweitert werden. Dies geschah in mehreren Abschnitten mit der Eingliederung von benachbarten Rittergütern beziehungsweise Teilen hiervon. Damit wuchs das Stadtgebiet von 893 ha im Jahre 1836 auf 1350 ha im Jahre 1905. 1928 wurde der Park von Sanssouci mit den Schlössern sowie ein großer Teil der Insel Tornow sowie 6 Gutsbezirke mit Brauhaus- und Telegraphenberg eingegliedert. Danach betrug das Stadtgebiet 3.206 ha. Ab 1935 wurden dann benachbarte Gemeinden, darunter die Industriestadt Babelsberg, zum Teil zwangsweise eingegliedert, bis das Stadtgebiet im Oktober 2003 seine heutige Ausdehnung erreichte. Im Einzelnen wurden eingemeindet:
- 1. April 1926 Gutsbezirke Plantagenhaus (teilweise), Potsdam-Gut und Tornow aus dem Kreis Zauch-Belzig
- 1. August 1935: Bornim, Bornstedt, Eiche ¹ und Nedlitz
- 1. April 1939: Babelsberg (Stadt unter diesem Namen seit 1938, vorher Nowawes, als Stadt gebildet ab 1924 aus Nowawes und Neuendorf sowie Gebietsteilen von Neubabelsberg und Klein-Glienicke), Golm ¹, Grube ¹, Schlänitzsee ¹, Nattwerder ¹, Fahrland ¹, Neu-Fahrland ¹, Sacrow, Geltow ¹, Wildpark-West ¹, Drewitz, Bergholz-Rehbrücke ¹ und Krampnitz ¹
- 11. Juni 1950: Wilhelmshorst ¹
- Frühjahr ? 1993: Eiche
- 5. Dezember 1993: Grube mit Schlänitzsee und Nattwerder
- 26. Oktober 2003: Fahrland mit Kartzow und Krampnitz, Golm, Groß Glienicke, Marquardt, Neu Fahrland, Satzkorn und Uetz-Paaren ¹ diese Orte wurden 1952 im Rahmen der Gebietsreform in der DDR noch einmal ausgegliedert, 1993 bzw. 2003 jedoch zum Großteil wieder eingegliedert

Einwohnerentwicklung

Es folgt eine Übersicht mit den Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1860 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. DDR

Religionen

Die Stadt Potsdam gehörte anfangs zur Propstei Spandau des Bistums Brandenburg. 1541 führte der Kurfürst von Brandenburg die Reformation ein. Danach teilte die Stadt die Geschicke des gesamten Landes Brandenburg und war über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, doch gab es auch reformierte Gemeindeglieder. Seit 1730 war Potsdam Sitz einer eigenen "Inspektion", die für die Stadt und das Amt Potsdam zuständig war. Ab 1721 gab es neben der alten Potsdamer Pfarrkirche weitere neue Kirchen und Pfarrgemeinden. In jener Zeit kam es zu Streitigkeiten zwischen den Lutheranern und den Reformierten. Letztere hielten zunächst in der Schlosskirche ihre Gottesdienste ab, doch erhielten sie später die Garnisons- und Heiliggeistkirche gemeinsam mit den Lutheranern. Ab 1723 gab es auch eine Französisch-Reformierte Gemeinde, welche 1753 eine eigene Kirche erhielt. In der Neustadt entstand ab 1795 eine eigene Kirchengemeinde. 1817 wurden beide Konfessionen innerhalb Preußens zu einer einheitlichen Landeskirche (Unierte Kirche) vereinigt. Somit gehörten die protestantischen Gemeinden Potsdams zur "Evangelischen Kirche in Preußen" beziehungsweise deren Provinzialkirche Brandenburg, deren Oberhaupt der jeweilige König von Preußen als "summus episcopus" war. Doch gab es auch Gegner dieser Union. So entstand auch in Potsdam eine alt-lutherische Gemeinde, die 1902 eine eigene Kirche (vorher bestand nur ein Bethaus) baute. Nach Wegfall des Landesherrlichen Kirchenregiments 1918 war die Provinzialkirche Brandenburgs Gründungsmitglied der "Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union" und 1947 wurde sie eine selbständige Landeskirche (Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg) mit einem Bischof an der Spitze. 2004 fusionierte die Kirche mit der Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz zur Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die protestantischen Kirchengemeinden Potsdams gehören - sofern es sich nicht um Freikirchen handelt - zum Kirchenkreis Potsdam innerhalb des Sprengels Neuruppin, dessen Sitz (Generalsuperintendentur) sich ebenfalls in Potsdam befindet. Neben den landeskirchlichen Gemeinden gibt es auch mehrere Freikirchen in Potsdam. So gab es unter anderem bereits sehr früh eine Herrnhuter Brüdergemeine. Da Potsdam Garnisonsstadt war, gab es auch katholische Soldaten in der Stadt, die ab 1722 in einer kleinen Fachwerkkirche ihre Gottesdienste abhielten. 1868 entstand am Bassinplatz eine katholische Kirche. Die katholischen Bistümer im Norden Deutschlands waren während der Reformation untergegangen, daher entwickelten sich erst im 18. Jahrhundert wieder katholische Kirchenstrukturen. So konnte zum Beispiel ab 1747 in Berlin die Kirche St. Hedwig (heute Bischofskirche des Erzbistums Berlin) erbaut und 1773 eingeweiht werden. Nach der Säkularisation 1803 konnte sich der Katholizismus weiter ausbreiten und 1821 wurde im gesamten Deutschen Bund die katholische Kirche neu organisiert. Der Papst errichtete 1821 die "Fürstbischöfliche Delegatur Berlin-Brandenburg-Pommern". An ihrer Spitze stand der Propst von Sankt Hedwig in Berlin als Breslauer Delegat (Erzbistum Breslau). Zu diesem Kirchengebilde gehörten auch die Katholiken Potsdams, bis am 13. August 1930 das Bistum Berlin als Suffraganbistum von Breslau errichtet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet der Kirchenprovinz Breslau getrennt. Daher wurde das Bistum Berlin exemt, das heißt, es unterstand direkt dem Papst. Im Zuge der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurden auch die kirchlichen Strukturen den neuen Gegebenheiten angepasst. So wurde 1994 das Bistum Berlin zum Erzbistum erhoben. Ihm wurden die beiden Suffraganbistümer Dresden-Meißen und Görlitz zugeordnet. Die Pfarrgemeinden Potsdams gehören somit heute zum Dekanat Potsdam des Erzbistums Berlin. In Potsdam gibt es ebenfalls noch zwei jüdische Gemeinden. Eine gehört dem Zentralrat der Juden in Deutschland an. Sie wird von einem Rabbiner der Bewegung Chabad Lubawitsch betreut und hat heute ca. 350 Mitglieder. Die zweite Gemeinde ist vom Zentralrat völlig unabhängig und nennt sich: Gemeinde gesetzestreuer Juden. Ausserdem ist Potsdam Sitz des liberalen Abraham-Geiger-Kollegs. Dies ist bisher das einzige Rabbinerseminar in Deutschland. Etwa 80 % der Bevölkerung gehören keiner Religion an.

Politik

An der Spitze der Stadt stand seit 1345 ein "Consules" beziehungsweise ab 1450 ein Bürgermeister. Einen Rat ist ab 1465 nachweisbar. Im 16. und 17. Jahrhundert hatte der Rat 4 bis 5 Mitglieder, darunter der Bürgermeister. Später hatte der jeweilige Landesherr einen starken Einfluss auf die Stadtverwaltung. Ab 1722 gab es für die Altstadt und die Neustadt einen Magistrat. An der Spitze stand ein Stadtdirektor. 1809 wurde Potsdam eine kreisfreie Stadt mit einem Oberbürgermeister an der Spitze sowie mit einer Stadtverordnetenversammlung als gewähltem Gremium. In der Zeit des Dritten Reiches wurde der Oberbürgermeister von der Partei (NSDAP) eingesetzt und die Stadtverordnetenversammlung aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den "Rat der Stadt" mit einem Oberbürgermeister. Der Rat wurde vom Volk in einer Einheitsliste der Nationalen Front gewählt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Stadtverordnetenversammlung wieder frei gewählt. Sie ist das Hauptorgan der Stadtverwaltung, die zuletzt am 26. Oktober 2003 von den Potsdamer Bürgerinnen und Bürger für eine fünfjährige Amtszeit gewählt wurde (nächste Kommunalwahl 2008). Die Bezeichnung des Vorsitzenden war von 1990 bis 1999 "Stadtpräsident", seither Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung. Der wird ebenfalls direkt von den Bürgern gewählt. Bei den letzten Oberbürgermeister-Wahlen am 22. September 2002 konnte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erringen. Daher musste durch eine Stichwahl am 27. Oktober 2002 zwischen Jann Jakobs (SPD) und Hans-Jürgen Scharfenberg (PDS) das neue Stadtoberhaupt ermittelt werden. Dabei konnte sich Jann Jakobs mit einer knappen Mehrheit von 50,1 Prozent durchsetzen. Oberbürgermeister seit 1809 Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung
- 1990 - 1993: Dr. Helmut Przybilski, Stadtpräsident
- 1994 - heute: Birgit Müller (PDS), Stadtpräsidentin, seit 1999 Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung

Wappen

Das Wappen der Stadt Potsdam zeigt in Gold einen nach links sehenden, schwarz bewehrten, golden gerauteten roten Adler. Der Wappenschild wird gekrönt von einer gewölbten, fünfzinnigen, roten Mauerkrone. Die Stadtflagge ist Rot-Weiß mit dem Wappen.

Städtepartnerschaften

Potsdam unterhält eine Städtepartnerschaft mit folgenden Städten:
- Opole/Oppeln (Polen), seit 1973
- Bobigny (Frankreich), seit 1974
- Jyväskylä (Finnland), seit 1985
- Bonn (Nordrhein-Westfalen), seit 1988
- Perugia (Italien), seit 1990
- Sioux Falls, Bundesstaat South Dakota (USA), seit 1990
- Luzern (Schweiz), seit 2002

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Potsdam ist durch die Nähe zu Berlin äußerst gut an das Netz der Bundesautobahnen angeschlossen. Die Stadt wird im Westen und Süden vom so genannten Berliner Ring (A 10) und im Osten von der Autobahn A 115, die so genannte AVUS, die in die Innenstadt Berlins führt, umgeben. Folgende Bundesstraßen führen durch das Stadtgebiet: B 1, B 2 und B 273. Die bedeutende Landstraße L 40 erschließt das südliche Berliner Umland über Stahnsdorf, Teltow, Mahlow, Schönefeld nach Berlin (Treptow-Köpenick) und ist im Potsdamer Stadtgebiet als Nuthe-Schnellstraße (Kraftfahrstraße) bezeichnet. Diese Straße verbindet Potsdam mit den Bundesstraßen B 101, B 96 und B 179. Auch an das Eisenbahnnetz ist Potsdam gut angebunden. Von hier aus führen Bahnlinien in folgende Richtungen: Berlin, Flughafen Berlin-Schönefeld, Jüterbog, Dessau, Brandenburg an der Havel und Hennigsdorf. Es gibt folgende Bahnhöfe im Stadtgebiet:
- Bahnhof Potsdam-Babelsberg in Babelsberg (S-Bahn)
- Bahnhof Potsdam Charlottenhof in der Nähe des Schlosses Charlottenhof in der Brandenburger Vorstadt (Regionalbahn, Regionalexpress / ehemals Potsdam-West)
- Bahnhof Potsdam Park Sanssouci in der Nähe des Parks Sanssouci (Regionalbahn, Regionalexpress / ehemals Wildpark und Kaiserbahnhof), heute Führungsakademie der DB
- Bahnhof Griebnitzsee am Griebnitzsee (S-Bahn, Regionalbahn)
- Hauptbahnhof (S-Bahn, Regionalbahn) Regionalexpress, ICE / ehemals Potsdam-Stadt), hier zentrale Bushaltestelle, Straßenbahn.
- Bahnhof Potsdam Medienstadt Babelsberg (Regionalbahn, Regionalexpress / ehemals Potsdam-Drewitz)
- Bahnhof Potsdam Pirschheide (Regionalbahn / ehemaliger Hauptbahnhof; zum Teil stillgelegt)
- Golm
- Bornim-Grube (stillgelegt)
- Satzkorn (stillgelegt)
- Bahnhof Potsdam-Rehbrücke in Bergholz-Rehbrücke (Regionalbahn / liegt unmittelbar hinter der Stadtgrenze von Potsdam) mit Anschluß Straßenbahn zur Stadt Eisenbahnbetrieblich ist Potsdam jedoch kein eigenständiger Knotenpunkt, sondern seine Bahnanlagen gehören zum Eisenbahnkomplex Berlin, dessen "großer" Eisenbahnring (Berliner Außenring) Potsdam im Bereich des Bahnhofes Pirschheide durchschneidet; zu diesem Komplex gehört auch der südlich von Potsdam gelegene Rangierbahnhof Seddin (siehe auch: Landkreis Potsdam-Mittelmark). Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen außer der S-Bahn Berlin verschiedene Straßenbahn- und Buslinien der ViP (Verkehrsbetriebe Potsdam) GmbH, wie unter Nahverkehr in Potsdam näher beschrieben. Die Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH betreibt mit mehr als 200 Bussen die Linien von Potsdam in den Landkreis Potsdam-Mittelmark sowie den Landkreis Havelland, weiterhin die Linien in die 2003 eingemeindeten Stadtteile. Alle Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) zu benutzen. Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.

Medien

In Potsdam erscheinen als Tageszeitung die Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) und die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) mit Potsdamer Regionalteil. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat einen Standort in Potsdam-Babelsberg. Ihm untergeordnet sind unter anderem die Radiosender Antenne Brandenburg, Fritz und Radio Eins, die ihren Sitz in Potsdam-Babelsberg haben. Außerdem existiert ein lokaler Fernsehsender namens PotsdamTV. Seit 1997 existiert auch das Szene-Magazin "EVENTS", wo alle Veranstaltungen des Monats und zahlreiche Gastronomie- und Locationtips enthalten sind.

Öffentliche Einrichtungen

Potsdam ist Sitz folgender Einrichtungen und Institutionen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts:

Bildung und Forschung

Potsdam ist Universitätsstadt. Die Universität Potsdam wurde 1991 als Universität des Landes Brandenburg gegründet. Vorgängereinrichtung war die 1948 gegründete Brandenburgische Landeshochschule, die Anfang der 1950er Jahre in die Pädagogische Hochschule "Karl Liebknecht", eine der größten der DDR, überführt wurde. Ferner gibt es die Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" (HFF Babelsberg), die 1954 als Deutsche Hochschule für Filmkunst gegründet wurde und seit 1985 ihren heutigen Namen trägt. Die Fachhochschule Potsdam ist hingegen eine junge Hochschule, die im Zuge der Umstrukturierung des ostdeutschen Hochschulsystems in Trägerschaft des Landes Brandenburg gegründet wurde. In ihr ging jedoch die vormalige Potsdamer Außenstelle der DDR-Fachhochschule für Werbung und Gestaltung Berlin auf. Am privaten Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik kann man einen Bachelor- oder Masterabschluss für Softwaresystemtechnik (bzw. neuerdings IT Systems Engineering) erwerben. Diese Abschlüsse werden ebenfalls von der Universität Potsdam verliehen. Folgende Forschungsinstitute sind in Potsdam ansässig:
- Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) sowie die
- Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung,
- Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie
- Geoforschungszentrum Potsdam (Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft)
- einige Abteilungen der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater


- Hans-Otto-Theater (im Bau, Fertigstellung September 2006)
- freie Theatergruppen

Museen und Gedenkstätten


- Potsdam-Museum
  - Naturkundemuseum (Breite Straße 13)
  - Museum für Stadtgeschichte (Benkertstraße 3)
  - Gedenkstätte zum 20. Juli 1944 (im brandenburg. Ministerium f. Stadtentwicklg., Wohnen u. Verkehr, Henning-von-Tresckow-Straße 2-8)
  - Gedenkstätte Lindenstraße 54 (ehemaliges Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit)
  - Ausstellung zur Geschichte der Glienicker Brücke (im Bundesvermögensamt, Berliner Straße 98-101)
- Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (im Kutschstall am Neuen Markt)
- Jan-Bouman-Haus (zur Geschichte und Architektur des Holländischen Viertels, Mittelstraße 8)
- Museum Alexandrowka (zur Geschichte und Architektur der Russischen Kolonie, Russische Kolonie 2)
- Filmmuseum Potsdam (im Marstall am Lustgarten, Breite Straße 1A)
- Mühlenmuseum in der Historischen Mühle (Maulbeerallee 5)
- Berliner S-Bahn-Museum (im Umspannwerk Griebnitzsee, Rudolf-Breitscheid-Straße 203)
- Kindertagesstätten-Museum (im Ortsteil Groß Glienicke, Seeburger Chaussee 2)
- Gedenk- und Begegnungsstätte Ehemaliges KGB-Gefängnis Potsdam (Zur Geschichte des KGB im besetzten Nachkriegsdeutschland, Leistikowstr. 1)

Bauwerke und Parkanlagen

Historischen Mühle Historischen Mühle Historischen Mühle Historischen Mühle Historischen Mühle Historischen Mühle Historischen Mühle
- Park Sanssouci
  - Schloss Sanssouci (Wahrzeichen der Stadt)
  - Neue Kammern
  - Bildergalerie
  - Chinesisches Haus (Chinesisches Teehaus)
  - Friedenskirche
  - Neues Palais
  - Antikentempel
  - Freundschaftstempel
  - Römische Bäder
  - Schloss Charlottenhof
  - Orangerieschloss
  - Belvedere auf dem Klausberg
  - Drachenhaus auf dem Klausberg
  - Historische Mühle von Sanssouci
- Krongut Bornstedt
- Alexandrowka (ehemalige russische Kolonie)
  - russisch-orthodoxe Kirche Alexander Newski
- Belvedere auf dem Pfingstberg
  - Pomonatempel
- Altes Rathaus
- Fortunaportal
- Villa Ingenheim
- ehemaliges Großes Militärwaisenhaus
- Maschinenhaus mit Pumpwerk für den Park Sanssouci in der Moschee an der Neustädter Havelbucht
- Holländisches Viertel
- Glienicker Brücke
- Neuer Garten (Parkanlage)
  - Marmorpalais
  - Schloss Cecilienhof
  - Meierei
- Park Babelsberg
  - Schloss Babelsberg
  - Kleines Schloss
  - Dampfmaschinenhaus
  - Matrosenhaus
  - Flatowturm
  - Gerichtslaube
- Kirchen
  - St. Nikolaikirche
  - St. Peter und Paul (Potsdam) - katholische Kirche
  - Französische Kirche
  - Erlöserkirche
  - Heilandskirche am Port von Sacrow
  - (oben bereits erwähnte) Friedenskirche im Park Sanssouci
  - Garnisonkirche (nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen, es existiert eine Initiative zum Wiederaufbau)
- Stadttore:
  - Brandenburger Tor
  - Nauener Tor: Baupläne von Johann Gottfried Büring nach 1754 erstellten Skizzen von König Friedrich II.. Erstes Beispiel für Neugotik auf dem europäischen Kontinent.
  - Jägertor
  - Berliner Tor: nur noch teilweise erhalten
  - Neustädter Tor: nur noch teilweise erhalten
- Villenkolonie Neu Babelsberg
- Einsteinturm
- Freundschaftsinsel (Karl-Foerster-Staudengarten)
- Lustgarten Potsdam
- Volkspark Potsdam (ehemaliges BUGA-Gelände 2001)

Sonstige Sehenswürdigkeiten


- Biosphäre Potsdam
- Botanischer Garten
- Filmpark Babelsberg
- Wildpark
- Stadtkanal :Der Stadtkanal in Potsdam ist ein wegen des hohen Grundwasserstandes innerhalb des Stadtgebietes künstlich angelegter, ausgemauerter und der Entwässerung dienender Arm der Havel. Zwischen dem Ende der 1960er und dem Ende der 1970er war er zurückgebaut, verfüllt und überbaut worden. Die laufende Rekonstruktion ist teilweise umstritten.

Regelmäßige Veranstaltungen


- alljährliche Schlössernacht in den verschiedenen Schlössern der Stadt
- Potsdamer Tanztage
- Theaterfestival UNIDRAM
- Weihnachtsmarkt (Sinterklaas) und Tulpenfest im Holländischen Viertel
- sehsüchte - das internationale Studentenfilmfestival
- Parkfestspiele

Sport

Fußball
- 1. FFC Turbine Potsdam - 1.Frauen-Bundesliga Deutscher Meister 2004
- SV Babelsberg 03 - Oberliga Nord Rugby
- USV Potsdam - 2. Rugby-Bundesliga Football
- Potsdam Royals Sonstiges
- Olympiastützpunkt (in Verbindung mit der Sportschule "Friedrich-Ludwig-Jahn")

Musik

Bands
- Ruffians
- Lex Barker Experience
- Subway to Sally
- 44 Leningrad Jährliche Veranstaltungen
- "Lindenpark" Ska Festival
- Golm Open Air (GOA)
- Golm Drin
- Hochschulsommerfest

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Folgende Persönlichkeiten wurden in Potsdam geboren (Auflistung nach Geburtstag). Ob die Personen später in Potsdam ihren Wirkungskreis hatten oder nicht ist dabei unerheblich.
- 1759, 26. September, Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg, † 4. Oktober 1830 in Klein Oels, preußischer Feldmarschall
- 1767, 22. Juni, Wilhelm von Humboldt, † 8. April 1835 in Tegel, deutscher Gelehrter und Staatsmann, Gründer der Berliner Humboldt-Universität
- 1770, 3. August, Friedrich Wilhelm III., † 7. Juni 1840 in Berlin, König von Preußen 1797-1840
- 1785, 11. März, Eleonore Prochaska † 5. Oktober 1813 in Dannenberg, Soldatin, kämpfte während der Befreiungskriege unerkannt als Mann verkleidet zunächst als Trommler, später als Infanterist im preußischen Heer gegen Napoleon
- 1797, 30. März, Heinrich Wilhelm Krausnick, † 14. Dezember 1882 in Berlin, Oberbürgermeister von Berlin
- 1801, 21. September, Moritz Hermann von Jacobi, † 10. März 1874 in Sankt Petersburg, Physiker und Ingenieur
- 1804, 10. Dezember, Carl Gustav Jacob Jacobi, † 18. Februar 1851 in Berlin, Mathematiker
- 1821, 31. August, Hermann (von) Helmholtz, † 8. September 1894 in Charlottenburg, Physiologe und Physiker, einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler seiner Zeit
- 1831, 18. Oktober, Friedrich I. beziehungsweise Friedrich III., † 15. Juni 1888 in Potsdam, Kaiser des Deutschen Reichs und König von Preußen 1888
- 1834, 16. Februar, Ernst Haeckel, † 9. August 1919 in Jena, Zoologe, Philosoph
- 1859, 27. Januar, Wilhelm II., † 4. Juni 1941 in Doorn/Niederlande, Kaiser des Deutschen Reichs und König von Preußen 1888-1918
- 1872, 4. November, Max Wilhelm August Heldt, † 27. Dezember 1933 in Dresden, Ministerpräsident von Sachsen 1924-29
- 1882, 23. Januar, Martin Steinke, deutscher Buddhist und Schriftsteller.
- 1883, 7. Juli, Eitel Friedrich von Preußen, † 8. Dezember 1942, Villa Ingenheim in Potsdam, zweiter Sohn König Wilhelm II. von Preußen
- 1892, 22. Januar, Conrad Veidt † 3. April 1943 in Hollywood, Kalifornien, Schauspieler
- 1901, 21. Oktober, Margarete Buber-Neumann, † 6. November 1989 in Frankfurt am Main, Schriftstellerin ("Als Gefangene bei Hitler und Stalin", "Von Potsdam nach Moskau")
- 1902, 24. Juli, Hans Helmuth Chemin-Petit, † 12. April 1981 in Berlin, Komponist und Dirigent
- 1907, 9. November, Louis Ferdinand von Preußen, † 25. September 1994 in Bremen, seit 1933 deutscher und preußischer Thronfolger und seit 1951 bis zu seinem Tod 1994 Chef des Hauses Hohenzollern
- 1909, 9. August, Adam von Trott zu Solz, † 26. August 1944 in Berlin-Plötzensee, Jurist, Diplomat und Widerstandskämpfer
- 1921, Ilse Kleberger, Schriftstellerin von Reiseliteratur, Biografien und Kinder- und Jugendliteratur
- 1922, 31. Mai, Bernhard Hassenstein, Verhaltensbiologe und Mitbegründer der biologischen Kybernetik
- 1925, 9. Februar, Burkhard Heim, † 14. Januar 2001, Sprengstofftechniker, Physiker und Gelehrter
- 1927, Gerhard Wagenitz, Botaniker
- 1928, 29. August, Klaus Bölling, Chef des Presse- u. Informationsamtes der Bundesregierung sowie Regierungssprecher (1974-1980 und 1982), Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in der DDR (1981-1982)
- 1934, 2. September, Hilla Becher, Fotografin (zusammen mit ihrem Ehemann Bernhard Becher erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen; Hauptarbeiten: Industriebauten, Wassertürme)
- 1942, 14. September, Manfred Butzmann, Grafiker
- 1943, 25. November, Wolff-Ekkehardt Stein, Komponist ("Sun of Jamaica")
- 1944, 18. November, Wolfgang Joop, Modedesigner
- 1946, 29. Oktober, Oliver Bendt alias Jürgen Koch, Schauspieler, Kunstturner, Sänger ("Amarillo", "Mein Lied für Maria")
- 1953, 29. Dezember, Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg
- 1974, Antje Rávic Strubel, Schriftstellerin

Literatur


- Bernhard R. Kroener (Hrsg.): Potsdam - Staat, Armee, Residenz in der preußisch-deutschen Militärgeschichte, (im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes hrsg. von Bernhard R. Kroener unter Mitarbeit von Heiger Ostertag), Propyläen : Frankfurt am Main / Berlin 1993, 637 S., ISBN 3-549-05328-2

Weblinks


- [http://www.info-potsdam.de/ info-potsdam.de] - Ausführliches Informationsportal zur Geschichte, Tourismus und Veranstaltungen
- [http://www.potsdam-abc.de/ potsdam-abc.de] Online Portal
- [http://www.potsdam-sightseeing.de/ Stadtführer rund um Potsdam]
- [http://www.potsdam-portal.net/ Portal des Tourismusverbandes Potsdam-Havelland]
- [http://www.potsdamer-stadtplan.com/ Stadtplan Potsdam] Kategorie:Ort in Brandenburg Kategorie:Deutsche Landeshauptstadt Kategorie:Potsdam ja:ポツダム ko:포츠담 simple:Potsdam

Atheismus

Als Atheismus wird die weltanschauliche Grundhaltung des Nichtglaubens bzw. des Fehlens eines Glaubens an einen Gott bezeichnet („glauben“ im Sinne von „annehmen, für wahr halten“). Atheismus kann mit der ausdrücklichen Verneinung der Existenz eines Gottes (oder mehrerer Götter) und allgemein transzendentaler Wesen einhergehen. Der Begriff "Atheismus" leitet sich vom altgriechischen Adjektiv átheos (άθεος) ab und bedeutet wörtlich: ohne Gott. In seiner latinisierten Form tauchte der Begriff wohl erstmals bei Cicero auf. Im deutschen Schrifttum erschien das Wort in lateinischer Form ab Ende des 16. Jahrhunderts, ab Beginn des 18. Jahrhunderts gilt es als eingedeutscht. Die Bezeichnung átheos war lange Zeit ein Kampfbegriff, der von den Nicht-Gläubigen zunächst nicht übernommen wurde. Es handelte sich um eine abwertende Wortschöpfung, die von den sich als rechtgläubig Bezeichnenden gegen angeblich oder wirklich Ungläubige benutzt wurde. Atheismus wurde im Sinne von "gottlos" auf Anschauungen angewendet, die im Konflikt mit den etablierten Religionen standen. Vielfach wurden religiöse Strömungen mit eigenen neuen Gottesvorstellungen als atheistisch bezeichnet, beispielsweise wurden die ersten Vertreter der großen monotheistischen Religionen des Christentums, des Islams und des Judentums teilweise von ihren polytheistischen Gegnern als Atheisten qualifiziert. Heute wird die Bezeichnung "Atheismus" tendenziell weniger pejorativ verwendet. Im wissenschaftlichen Diskurs ist "Atheismus" ein wertneutraler Begriff. Sein direkter Gegenpart ist der Theismus.

Systematik des Begriffs

Es gibt verschiedene, sich teilweise überschneidende und widersprechende Einordnungen und Systematisierungen des Begriffs "Atheismus". Weithin gebräuchlich ist die Dreigliederung in den Glauben an Gott bzw. Götter (insbesondere Theismus und Deismus), das Nichtswissen über Gott bzw. Götter (Agnostizismus), sowie das Fehlen des Glaubens an Gott oder Götter (Atheismus). Insbesondere im angelsächsischen Raum ist hingegen die Unterscheidung in "starken" (bzw. "positiven") und "schwachen" (bzw. "negativen") Atheismus verbreitet, indem auch der Agnostizismus als Form des schwachen Atheismus gesehen wird. Nach letzterer Systematik kann der Atheismus nach verschiedenen Kriterien hin systematisch geordnet werden. # Unterscheidung nach dem Umfang der Ablehnung von Theismen: ## Atheismus als Ablehnung des Theismus (= Atheismus im engeren Sinne):
Atheismus kann als Gegenentwurf zu allen Theismen (Monotheismus und Polytheismus) angesehen werden. Dann ist ein Atheist jemand, der den Glauben oder die Existenz an einen oder mehrere Götter ablehnt. Dieser Definition nach sind Buddhisten Atheisten, da diese an keine Götter glauben. ## Atheismus als Ablehnung aller Transzendentalsysteme (= Atheismus im weiteren Sinne):
Atheismus kann auch als Gegenentwurf zu allen Transzendentalsystemen angesehen werden, also Überzeugungssystemen, die für die Existenz übernatürlicher Wesen, Wirkkräfte oder Mächte – seien es Götter oder nicht – argumentieren. Ein Atheist in diesem weiteren Sinne lehnt auch den Glauben oder die Existenz aller sinnlicher Erfahrung übersteigenden Dinge (Wesen, Mächten, Kräften etc.) ab. Abgelehnt werden damit